Fondshaus
Erste Pleite im Skandal um Wölbern Invest

Der Skandal um das Hamburger Fondshaus zieht immer weitere Kreise. Nun hat eine Tochtergesellschaft Insolvenz angemeldet. Insgesamt verwaltet Wölbern ein Fondsvolumen von rund zwei Milliarden Euro.
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FrankfurtEs ist die erste Insolvenz im Finanzskandal um das Hamburger Fondshaus Wölbern Invest: Die Wölbern Fondsmanagement, eine Tochtergesellschaft des Emissionshauses, hat die Insolvenz in Eigenverantwortung beantragt. Das bestätigte das Hamburger Insolvenzgericht dem Handelsblatt. Der Jurist Bernd Depping wurde als Sanierungsgeschäftsführer bestellt.

Das Hamburger Emissionshaus Wölbern verwaltet rund 30 geschlossene Fonds. Sein Geschäftsführer, der Mediziner Heinrich Maria Schulte, sitzt seit September in Untersuchungshaft. Zuvor hatten Ermittler die Wölbern-Büros und Schultes Privatwohnungen durchsucht. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Untreue in mehr als 300 Fällen. Schulte soll insgesamt rund 137 Millionen Euro an Anlegergeldern unrechtmäßig aus den geschlossenen Fonds abgezweigt haben. Bislang wollten sich weder Heinrich Maria Schulte noch Wölbern Invest zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft äußern.

Wölbern verwaltet insgesamt ein Fondsvolumen von rund zwei Milliarden Euro. Laut Sanierungsvorstand Depping seien die Fonds von der Insolvenz nicht betroffen. Nun gehe es mit der Insolvenz in Eigenverantwortung darum, „das Vermögen in den einzelnen Fonds zu sichern“, sagte Depping. „Wir werden uns nun der Aufgabe stellen, so gründlich wie nötig und so zügig wie möglich die wirtschaftliche Gegenwart der Wölbern Fondsmanagement zu verstehen“, erklärte Depping.

Der Jurist ist in der Fondsbranche kein Unbekannter. Er war auch zum Sanierungsvorstand der WGF bestellt worden. Der Düsseldorfer Immobilienkonzern hatte im vergangenen Dezember die Insolvenz in Eigenverantwortung beantragt und setzt derzeit einen Insolvenzplan um, an dessen Erstellung Depping als Sanierungsvorstand mitgewirkt hatte.

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  • Das war nicht die letzte Pleite bei Wölbern !

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