Fondsvermittler
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Dima24

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen den Fondsvermittlers Dima24. Die Eigentümer sollen Anlegern Information verschwiegen haben. Gründer Malte Hartwieg wird seit Monaten des Anlagebetrugs verdächtigt.
  • 0

FrankfurtDer mutmaßliche Anlageskandal um den Finanzmakler Malte Hartwieg weitet sich zum Mammut-Verfahren aus. Nach Informationen des Handelsblatts ermittelt die Staatsanwaltschaft München auch gegen die neuen Eigentümer des Fondsvermittlers Dima24, der nach eigenen Angaben 2,3 Milliarden Euro Anlagevermögen betreut.

Dima-Chefin Renate Wallauer und Prokurist Frank Schuhmann sollen an einem System mitgewirkt haben, das Anlegern nachteilige Informationen verschwieg. Auf Handelsblatt-Anfrage mochten sich beide wie auch Malte Hartwieg nicht zu den Vorwürfen äußern.

Die Ermittler durchleuchten seit Monaten das Firmengeflecht von Hartwieg. „Wir ermitteln gegen mehr als ein Dutzend Personen wegen Verdachts auf Kapitalanlagebetrug“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch dem Handelsblatt. Mitte Juli hatten Beamte Geschäfts- und Privaträume von Hartwieg durchsucht. Der gelernte Maurer hat Dima24 gegründet – und drum herum mehr als 100 Firmen aufgebaut, die ihre geschlossenen Fonds auch über eben diese Plattform vertrieben.

In der Werbung lockten sie mit Renditen von zwölf Prozent und mehr. Doch inzwischen haben 30 Gesellschaften Insolvenz angemeldet, darunter die Beteiligungen Selfmade Capital 1 bis 6 und NCI New Capital Invest 11, 16 und 19. Insolvenzverwalter Rolf Pohlmann sieht inzwischen knapp 150 Millionen Euro Anlegergeld gefährdet.

Der Anwalt durchleuchtet mit drei weiteren Juristen das Firmengeflecht. Der Fall, an dem allein drei Insolvenzrichter arbeiten, sei das aufwendigste seiner bislang mehr als 600 Insolvenzverfahren, sagte er dem Handelsblatt. „Wenn tatsächlich jemand Anlegergelder abzweigen wollte, dann hätte derjenige das wirklich gut gemacht.“

Kommentare zu " Fondsvermittler: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Dima24"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%