Fondsvermittler
Zweifelhafter Neustart von Dima24

Nach Beschwerden zahlreicher Anleger inszeniert der Fondsvermittler Dima24 seinen Neustart. Doch steht der nach Berichten des Handelsblatts unter fragwürdigen Vorzeichen. Die neuen Verantwortlichen sind alte Bekannte.
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Düsseldorf, MünchenDer Neustart des Fondsvermittlers Dima 24 steht nach einem Bericht des Handelsblatts (Freitagausgabe) unter zweifelhaften Vorzeichen. Nachdem sich zahlreiche Anleger über fehlende Ausschüttungen beschwert haben, versprachen die neuen Eigentümer Renate Wallauer und Frank Schuhmann Mitte April einen Neubeginn. Doch Recherchen des Handelsblatts zeigen, dass die neuen Verantwortlichen bei Dima 24 dieselben Personen sind, die sich bereits zuvor fragwürdiger Vertriebsmethoden bedienten.

So hat der Prokurist und Chefanalyst Frank Schuhmann, seit 2009 bei Dima24, seine damalige Freundin als Managerin von US-Fonds vermittelt, obwohl diese nach eigener Aussage nicht mal Englisch versteht. Die Managerin versichert heute, sie sei nur zum Schein engagiert worden und habe Unterschriften auf Basis eines 400-Euro-Jobs geleistet. Schuhmann selbst sagte zu den Vorwürfen: „Bei der Dame handelt es sich um meine Ex-Freundin. Sie hielt für deutsche Fondsgesellschaften der NCI (New Capital Invest) eine Position inne. Alles andere ist lächerlich.“

Dima24 warb außerdem noch im Mai 2012 mit Referenzkunden, bei denen es sich um Fotomodelle handelte. Das Handelsblatt fand Bilder der angeblichen Kunden auf mehreren Webseiten, darunter ein Abfallportal und eine chilenische Seite für Zahnimplantate. Frank Schuhmann erklärte dazu: „Auch ein Schauspieler kann bei uns Anleger sein.“ Welche Bilder die Web-Agentur damals genau verwendet habe, dazu könne man nichts sagen. „Aber es kann sich bei den Personen durchaus um Anleger von Dima24 handeln.“

Der Fondsvermittler Dima24 wurde 2001 vom Münchener Finanzmakler Malte Hartwieg gegründet. Die heutige Mehrheitsgesellschafterin Renate Wallauer hat nach eigener Aussage bereits 2012 die Geschäftsführung operativ übernommen. Seit Mitte 2013 stocken bei mehreren von Dima24 vermittelten Fonds aus dem Emissionshaus von Malte Hartwieg die Auszahlungen. Hartwieg ist für seine Anleger seit längerem nicht erreichbar. Nach Angaben der neuen Eigentümer sind Gelder in Höhe von 120 Millionen Euro betroffen. Es gebe aber keine Schadenansprüche, weil das Geschäft in neue Gesellschaften überführt worden sei.

Den ausführlichen Bericht zu dima24 finden Sie als kostenpflichtigen Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

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