Frankfurter Immobiliengruppe
Gericht will S&K-Verfahren beschleunigen

Das Verfahren um die Frankfurter Immobiliengruppe S&K könnte früher als erwartet beendet werden. Nach der Staatsanwaltschaft wollen nun auch die Richter Verständigungsgespräche mit den Angeklagten führen.
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FrankfurtNach mehr als 100 Verhandlungstagen hat sich der Vorsitzende Richter Alexander El Duwaik am Freitag erstmals konkret zu einer möglichen Beschleunigung des Verfahrens um die Frankfurter Immobiliengruppe S&K geäußert. In den vergangenen Wochen hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft bereits Verständigungsgespräche mit den fünf verbliebenen Angeklagten geführt.

„Wir begrüßen das und bieten den Angeklagten nun an, mit der Kammer ebenfalls in Verständigungsgespräche einzutreten“, so El Duwaik. Gleichzeitig machte der Richter aber klar, dass er jetzt nichts überstürzen möchte – die Beweisaufnahme müsse fortgeführt werden. „Ich habe ja immer gesagt, dass das Verfahren einen außerordentlichen Umfang hat und Zeit braucht“, betonte er.

Beinahe auf den Tag genau vor vier Jahren sind die Angeklagten im Rahmen einer deutschlandweiten Razzia festgenommen worden, zwei Jahre später stand die Anklage der Frankfurter Staatsanwälte. Sie klagten sechs Männer wegen schweren bandenmäßigen Betrugs und ebensolcher Untreue beziehungsweise Beihilfe dazu an. Mit einem verschachtelten Firmen- und Beteiligungssystem sollen sie etwa 11.000 Anleger um mindestens 240 Millionen Euro gebracht haben.

Dargelegt hatten sie die Vorwürfe in einer 3150-seitigen Anklageschrift. Zur Ermittlungsakte gehören rund 1000 Ordner, insgesamt haben die Ermittler 100 Terrabyte Daten erfasst. Ein Urteil gab es bereits im vergangenen Dezember: Wegen Krankheit war das Verfahren gegen den Hamburger Unternehmer Hauke B. abgetrennt worden. Er wurde wegen schwerer Untreue und Anstiftung zur Untreue verurteilt.

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