Gefälschte Geschäfts-Mails
So linkte ein Nigerianer hunderte Firmen

Ein Nigerianer soll hunderte Unternehmen per Online-Betrug um Millionen gebracht haben. Interpol und nigerianische Ermittler schnappten „Mike“ in seinem Heimatland. Er war unter anderem mit dem „CEO“-Trick erfolgreich.

River StateEs ist ein Problem, das auch deutsche Firmen plagt: Mit falschen E-Mails gelingt es Internet-Betrügern die Quelle anzuzapfen, an der in Firmen über das Geld entschieden wird. Mit Mails an Mitarbeiter im Controlling oder Rechnungswesen erbeuten sie auf einen Schlag große Summen. Denn die Tricks sind oft so gut gemacht, das selbst versierte Finanzbuchhalter die Fälschungen nicht erkennen.

Interpol und die nigerianische Finanzpolizei haben jetzt einen Urheber solcher Betrugs-E-Mails festgenommen. „Mike“ hatte unter anderem mit dem „CEO-Trick“ Erfolg. Dabei gelingt es Betrügern, Empfängern von E-Mails in Unternehmen vorzugaukeln, dass der eigene Chef ihnen schreibe und eine Überweisung anordne. Dieses Geld landet dann auf Konten, auf die von den Kriminellen zugegriffen werden kann.

Der in Nigeria festgenommene 40-Jährige mutmaßliche Täter soll hunderte Firmen rund um den Globus um Geld gebracht haben. Der Mann sei in der nigerianischen Stadt Port Harcourt verhaftet worden, teilte Interpol am Montag mit. Er stecke mutmaßlich hinter Betrügereien mit einem Gesamtschaden von mehr als 60 Millionen Dollar (54 Millionen Euro).

Das Problem der gefälschten Geschäfts-Emails ist groß. Laut der US-Kriminalbehörde FBI wurden von Oktober 2013 bis Februar 2016 allein in den USA 17.642 Fälle bekannt. Den Angaben zufolge seien aus mindestens 79 Ländern erfolgreiche Betrügereien mit ähnlichen Maschen bekannt. Seit Anfang 2015 sei die Zahl der Fälle und der durchschnittlichen Schadensumme extrem angestiegen.

In Deutschland gab es im vergangenen Jahr laut BKA mehr als 7.000 Fälle, in denen E-Mail-Empfänger getäuscht wurden - etwa „unter Vorspiegelung realer Identitäten oder Firmen“. In diesen Fallzahlen sind aber nicht nur betrogene Unternehmen erfasst, sondern auch Privatpersonen.

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In einem Fall: 15,4 Millionen Dollar Schaden

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