Geldanlage in Fernost
„Schneller Gewinn, völlig mühelos“

China lockt viele Anleger mit dem schnellen Geld. Eine Hochburg des grauen Kapitalmarkts steht in China steht jetzt vor dem Ruin, nachdem eine Blase geplatzt ist. Auch Großbanken sind betroffen.
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Peking/Xi’anEine schwarzgraue Staubschicht bedeckt alles in Shenmu. Die Ferraris und Maseratis am Straßenrand sind genauso eingepudert wie die Glastüren der Pfandleiher und Juweliere. Eine Kleinstadt im Kohlerevier der Provinz Shaanxi – und zugleich Schauplatz der Folgen einer Investmentblase, die typisch ist für die Probleme in Chinas Finanzsystem. „Seit 2004 haben alle hier Geld ausgegeben wie verrückt“, sagt Herr Huang, der ebenfalls viel Geld verloren hat. Er musste sein Luxusauto bereits verkaufen und arbeitet nun als Taxifahrer. Langsam steuert er sein ebenfalls mit Kohlestaub bedecktes Gefährt an den Resten eines Booms vorbei.

So wie Herrn Huang in Shenmu fehlen derzeit Tausenden von Marktteilnehmern in ganz China hohe Beträge – verzockt am grauen Kapitalmarkt. Das Problem hat nach Schätzung des Vizechefs der Großbank ICBC bereits ein Ausmaß von 2,5 bis 4,5 Billionen Euro erreicht - also ungefähr so hoch wie das deutsche Bruttoinlandprodukt eines Jahres. Es frisst sich unaufhaltsam durch das Finanzsystem. Im schlimmsten Fall wird die Regierung mit Milliardenbeträgen einspringen müssen, um Stabilität zu gewährleisten.

Dabei fing die Geschichte mit Euphorie und Begeisterung an – wie hier in Shenmu. „Die Gewinne sprudelten schnell und völlig mühelos“, erinnert sich der heutige Taxifahrer Huang wehmütig an die gute Zeit. Im Boden unter der Region lagern Milliarden von Tonnen bester Kohle, Chinas wichtigstem Energieträger. Der Boom hier begann, als die Hauptstadt etwas gegen ihre schlechte Luft unternehmen wollte. Die Regierung hat die Kohleverbrennung in der Umgebung von Peking eingeschränkt. Es schlug die Stunde der Bergwerkreviere von Shaanxi, das weit weg liegt.

Doch der Boom verlagerte sich vor der Kohle, dem schnöden Rohstoff, auf die Bergwerke selbst. Anleger haben mittelgroße örtliche Minenbetreiber gekauft und wieder abgestoßen, als wären es einfache Immobilien. Eine kleine, wenig ergiebige Grube, die 2002 nur wenige zehntausend Euro wert war, kostete plötzlich einen dreistelligen Millionenbetrag. Kohleförderung? Irrelevant. Viele der Bergwerke wurden stillgelegt, weil der Weiterverkauf viel profitabler schien als die mühsame Förderung.

Zugleich ist keine gute Blase ohne billiges Geld möglich. Der zweite treibende Faktor war die Konjunkturförderung zur Zeit der Finanzkrise ab 2009. Kredite waren leicht zu haben, ab da ging das Weiterverleihen zu höheren Zinsen los. Taxifahrer Huang erinnert sich an die Sprüche von damals: „Wenn er eine Schattenbank aufmacht, kann ein armer Bauer im Handumdrehen zum Superreichen werden.“ Bald waren in Shenmu 98 von 100 Familien mit Geldgeschäften befasst, berichtet die „Pekinger Jugendzeitung“.

Kommentare zu " Geldanlage in Fernost: „Schneller Gewinn, völlig mühelos“"

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  • "Doch angesichts des Preisverfalls ihrer Investments werden sie wohl auch früher oder später wieder auf Kleinwagen umsteigen müssen – wenn sie nicht wieder auf Fahrräder und Eselskarren zurückfallen."
    Reden Sie von China oder von den Haltern Renten- und Lebensversicherungen in Deutschland im Jahre 2030? Was ist denn in Europa und mit dem EURO anders verlaufen? Hier sind es die offiziellen Banken !!


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