Geldanlage
Prokon-Anleger müssen sich entscheiden

Wer in Genussrechte von Prokon investiert hat, hat die Qual der Wahl. Die Anleger können bald Eigentümer von Prokon werden - oder sich auszahlen lassen. Die Entscheidung dürfte nicht leicht fallen.
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„Für ein solidarisches und offenes Miteinander“ stehe Prokon, heißt es im letzten Rundbrief des insolventen Windparkbetreibers an seine Anleger. Nun müssen die 75.000 Genussrechtsinhaber des Pleitekonzerns entscheiden, ob sie ihn kaufen wollen oder lieber möglichst viel Bares sehen möchten. Dann müssten die Privatanleger professionellen Investoren das Feld überlassen, der Konzern würde verkauft. Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin bereitet jetzt für beide Wege parallel jeweils einen Insolvenzplan vor, teilte er am Mittwoch mit.

„Die erste Variante sieht vor, das Genussrechteinhaber Eigentürmer von Prokon werden können“, heißt es in der Mitteilung für die Presse. „In Variante Zwei würden alternativ die Anteile an einen Investor veräußert“. Akuter Handlungsbedarf besteht noch nicht. „Ich werde die Anleger erstmals Ende 2014 anschreiben, um ihre – grundsätzliche – Bereitschaft abzufragen", erklärt Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin . "Wenn die Bereitschaft bei einer ausreichenden Zahl vorhanden ist, werde ich Anfang 2015 die Anleger erneut kontaktieren, um – dann rechtsverbindlich – deren Übernahmebereitschaft zu ermitteln.“

Die Pressemitteilung für Prokon-Anleger

Rund 1,5 Milliarden Euro Schulden hat Prokon angehäuft. Der größte Teil davon, 1,4 Milliarden Euro, besteht aus Genussrechten der Sparer. Banken spielen bei Prokon kaum eine Rolle. Sicher ist den Anlegern jetzt schon eine Quote von rund 35 Prozent ihres Einsatzes. Denn die bestehenden Windparks von Prokon sind rund 560 Millionen Euro wert.

Die Genussrechte der Anleger sollen nach einem entsprechenden Schnitt in mit den Windparks besicherte Anleihen verwandelt werden. Ein Teil der Forderungen soll in beiden Varianten in eine handelbare Anleihe gewandelt werden. Zins und Tilgung sollen die Prokon-Windparks erwirtschaften. Anleger sollen die Option haben, die Anleihen an der Börse verkaufen zu können.

Zu erwarten sind zusätzlich aber auch Barausschüttungen. Sie sollen aus den Verkäufen von Unternehmensteilen kommen, die nicht zum Kerngeschäft von Prokon gehören. Darunter Wälder in Rumänien und eine Ölmühle in Magdeburg. Sollten genügend Anleger bereit sein, diese Barausschüttungen im Unternehmen zu lassen, könnten die privaten Sparer auf diese Weise potenzielle Investoren überbieten und den Konzern übernehmen. Penzlin strebt an, das Insolvenzverfahren in der ersten Hälfte 2015 abzuschließen.

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