Gerichtsurteil
Eurohypo muss Zinsen auf Genussscheine zahlen

Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Eurohypo muss weiterhin Zinsen auf ältere Genussscheine zahlen. Das entschied das Oberlandesgericht Frankfurt.
  • 1

FrankfurtEs ist ein weiterer Schlag für die taumelnde Commerzbank-Tochter Eurohypo: Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt muss der angeschlagene Immobilienfinanzierer weiterhin Zinsen auf ältere Genussscheine zahlen. Auf Klage eines Anlegers entschied das Gericht, dass der 2007 abgeschlossene Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit einer Holding der Commerzbank nicht dazu führen konnte, dass die Geldgeber der Eurohypo seit dem Krisenjahr 2009 auf ihre Zinsen verzichten mussten.

Das Gericht sprach dem Kläger mit dem am Mittwoch veröffentlichten Urteil die verlangten 21.000 Euro zu. Er habe auch Anspruch auf die volle Auszahlung des Nennbetrags im Juni 2013 (Az.: fünf U 56/11). Die Commerzbank prüft nach eigenen Angaben, ob sie gegen die Entscheidung Revision beim Bundesgerichtshof einlegt, die das OLG zugelassen hat. Zur Dimension möglicher Zinsnachzahlungen wollte sich die Bank nicht äußern.

Der Investor hatte die Genussscheine bereits im Jahr 2000 von der Eurohypo-Vorgängerin Rheinhyp erworben. Die Anlageform sieht durchaus die Beteiligung der stimmrechtslosen Geldgeber an Gewinnen wie auch an Verlusten vor. Dies dürfe aber nicht durch später abgeschlossene Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge beeinträchtigt werden, erläuterte das Gericht seine Entscheidung.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gerichtsurteil: Eurohypo muss Zinsen auf Genussscheine zahlen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der streitgegenständliche Genussschein WKN 556838 notiert derzeit bei ca. 70%. Nach Rechtskraft müsste die Commerzbank die Ausschüttungen für 2009 und 2010 nachholen, was eine Zahlung von ca. 14% zur Folge hätte. Dann müsste sie verpflichtend jedes Jahr bis 2014 im Juni 6,7% zahlen (auch Mitte 2012) und Juni 2014 den Genussschein zu 100 tilgen. Warum kauft die Commerzbank den Schein nicht selbst in großem Stil zurück... ?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%