Geschlossene Fonds
Die Tricks der Anlagebetrüger

Ganz ohne Risiko geht es nicht, doch von manchen Anlageprodukten sollten private Investoren besser die Finger lassen, das zeigt gerade wieder der Fall S&K. Bei welchen Maschen Anleger skeptisch werden sollten.
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DüsseldorfWürden Sie diesen Leuten Ihr Geld anvertrauen? Wer heute die Fotos der S&K-Gründer sieht und von ihren Partys mit Models und Prominenten, ihren Luxuskarossen und den mutmaßlichen Verstrickungen mit anderen Unternehmen liest, wird ohne langes Nachdenken mit „Nein“ antworten. Das Problem ist nur: Die Herren Schäfer und Köller – die Gründer der S&K –haben den Anlegern ihre Fonds-Beteiligungen wohl nicht persönlich verkauft. Und selbst wenn, wären sie dabei vermutlich nicht in spärlichem Pool-Party-Dress und mit leicht bekleideter Dame im Arm erschienen.

Doch es hat andere Warnsignale gegeben. Handelsblatt Online zeigt, welche Hinweise private Investoren in den Beschreibungen von Anlageprodukten wie geschlossenen Fonds finden können und auf welche Maschen der Vermittler sie nicht hereinfallen sollten.

Um zu ahnen, dass an dem System der S&K mit ihren zahlreichen Tochterunternehmen und diversen Fonds etwas nicht stimmte, mussten Anleger schon genauer hinschauen und eine ordentliche Portion Finanzwissen mitbringen. Skeptisch hätten sie etwa bei der Lektüre des Emissionsprospekts zum Fonds „Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2“ werden können. Dieser investierte nicht direkt in Immobilien, vielmehr wurde mit dem Geld der Anleger ein Darlehen an ein S&K-Tochterunternehmen gezahlt. Dessen Investitionen sollten dann „im weitestgehenden Zusammenhang mit Immobilien“ stehen.

„Das ist keine gute Ausgangslage“, sagt Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). „Wenn der Fonds nicht selbst in Immobilien investiert und die Gesellschaft auch keinen Konzernabschluss vorlegt, kann der Kunde also nicht nachverfolgen, wie das Geschäft läuft.“ Außerdem laufen die Anleger im Falle einer Insolvenz Gefahr, ganz hinten in der Reihe zu stehen.

Auch die hohen Zinsen waren ein Warnsignal. Den Anlegern wurde eine jährliche Rendite von zwölf Prozent in Aussicht gestellt – und das, obwohl von ihrer Einlage und dem zu zahlenden Aufschlag nur etwas mehr als 80 Prozent als Darlehen weitergegeben wurden. Der Rest ging laut Prospekt für Vergütungen, Provisionen, sonstige Kosten und eine kleine Liquiditätsreserve drauf.

„Bei einer zweistelligen Rendite sollten Anleger grundsätzlich skeptisch werden“, sagt Bauer. Aktuell sind die Zinsen für Bankkredite günstig. „Da muss man sich schon fragen, warum ein Unternehmen, das seriöse Absichten hat und Sicherheiten bieten kann, sein Kapital nicht viel preiswerter mit einem Bankkredit aufstockt, dafür müsste es nur drei bis vier Prozent Zinsen zahlen“, so Bauer.

Kommentare zu " Geschlossene Fonds: Die Tricks der Anlagebetrüger"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Natürlich müssen die ach so seriösen Herren Rechtsanwälte auch nur ihr Geschäft betreiben - und da gehört halt Mandantenfang dazu. Weil Schleppnetzfischerei weitgehend verboten ist, wählen die selbsternannten Anleger-Schutz-Anwälte eben den Weg über Presse und Internet. Da muss man schon Verständnis haben für die eine oder andere Werbemassnahme. Auch hier gibt es selbstverständlich solche und solche. Die solchen aber machen die Opfer von Anlagebetrügern ein zweites Mal zu Opfern, indem sie den Geschädigten Hoffnungen verkaufen, die nicht realisierbar sind. Die Rechtsschutzversicherung zahlt hoffentlich (sonst halt der Mandant selbst) und letztendlich hat eben Justitia den stichhaltigen Ausführungern des Herrn Rechtsvertreters nicht folgen können. Vor Gericht und auf hoher See ... Aber wenn wenigstens eine winzige Gebühr übrigbleibt, hat es sich ja schon gelohnt - für den Anwalt. Sorry, aber das Anwaltsgeschäft ist manchmal schon ein bißchen schmutzig. Deshalb mache ich es nicht mehr.

  • DSR38
    Es wäre schön, wenn man den Artikel erst mal richtig lesen würde. Natürlich gibt es seriöse Anlagevermittler wie es auch seriöse geschlossene Fonds gibt. Erstere werden mit ihren Kunden vernünftige Anlagegepräche führen, im Hinblick auf die geschlossenen Fonds sollte der potentielle Käufer allerdings ein gewisses Maß an Sachkenntnis mitbringen, um die Risiken selbst einschätzen zu können.
    Worum es im dem Artikel geht, sind die "Drücker", die unter den geschilderten unseriösen Umständen versuchen, die von ihnen vertretenen Produkte zu verkaufen.

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