Geschlossene Immobilienfonds
Anlegerskandal bei Wölbern weitet sich aus

Der Chef des Fondshauses Wölbern wurde gestern nach einer Razzia verhaftet. Tausende Anleger sind betroffen. Auch die Treuhänder könnten bald ins Visier der Anwälte geraten. Wie Anleger jetzt agieren sollten.
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Droht ein weiterer, millionenschwerer Anlegerskandal in Deutschland? Einiges deutet darauf hin. Denn gestern bestätigte die Staatsanwaltschaft Hamburg dem Handelsblatt, dass Heinrich Maria Schulte, Firmenchef des Hamburger Fondshauses Wölbern Invest bei einer Razzia verhaftet wurde.

Wölbern Invest generiert sich als gute Adresse für Anleger. „Als traditionelles Emissionshaus initiieren wir konservativ kalkulierte geschlossene Fonds in den Assetklassen Real Estate und Private Equity“, wirbt Wölbern auf seiner Internetseite. Seit 1993 hat Wölbern nach eigenen Angaben 97 Fonds mit einem Investitionsvolumen von rund 3,8 Milliarden Euro  emittiert. Unter anderem vertrieben die Commerzbank, Citibank und Sparkassen die Fonds. Geschlossene Beteiligungen bieten in der Regel üppige Vertriebsprovisionen, auf der Internetseite wirbt Wölbern weiterhin um Vermittler.

Verbraucherschützer kritisieren die Anlageklasse der geschlossenen Fonds grundsätzlich, sie seien für Privatanleger nicht geeignet. „Der aktive Vertrieb an Privatanleger sollte verboten sein, bereits aufgrund des möglichen Totalverlustes, der fehlenden Marktpreisbildung und der starken Anreize für Vermittler über hohe Provisionen“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden Württemberg.

Geschlossene Fonds werden nicht an einer Börse gehandelt. Es fehle an der nötigen Zahl von Marktteilnehmern und ausgehandelten Marktpreisen. Außerdem sei es eine Tatsache, dass die Emittenten Eigeninteressen bei der Preisstellung verfolgten. Dies berge das Risiko, dass der Preis systematisch zu hoch sei, warnt Nauhauser.

Die Anleger legen schon seit längerem mit Wölbern im Clinch. Bei einem Fonds haben sie bereits Schulte als Geschäftsführer abgesetzt. Außerdem stimmten viele Anleger gegen einen Verkauf von Immobilien aus den Fonds. Insgesamt sollen knapp 40.000 Anleger bei Wölbern investiert sein.

Jetzt steigt der Spannungsbogen des Finanzkrimis wieder steil an. Die Staatsanwaltschaft Hamburg wirft Schulte „gewerbsmäßige Untreue in 318 Fällen vor“. Dabei geht es um 318 angeblich unlautere Überweisungen in der Zeit vom 16. August 2011 bis 28. Juni 2013 auf ein deutsches Konto einer niederländischen Bank. Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft sind 29 geschlossene Immobilienfonds betroffen.

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Kommentare zu " Geschlossene Immobilienfonds: Anlegerskandal bei Wölbern weitet sich aus"

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  • ...und wer ist mal wieder Retter in der Not?
    Richtig! Die schlauen Rechtsanwälte, die den "dummen" Anlegern immer noch suggerieren das sie mit mangelnder Aufklärung über Provisionen einen Rückzieher von ihrer damaligen Investitionsentscheidung machen können.

    Na dann viel Spass im zusätzlichen Prozesskosten-Risiko!!!

  • Ick wes nich ick würd dem strahlemann meine kohle nich anvertraun
    solche typen sind mir nich nur unsympatisch,
    sondern auch völlig suspekt
    weil aalglatt und den Prof. glob ick ihm ooch nich
    dit enzie wat er gelernt hat is quatschen
    und dat kann er janz jut überzeugt mir awer nich
    naja es gibt doch immerwieder leute die morgens aufstehn und beschissen werden wollen

  • zwooter absatz g e n e r i e r e n
    macht keinen sinn,ohne sinn,unsinn

    werter schreiber sie meinen g e r i e r e n

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