Girokonto
Commerzbank muss Gebühren ändern

Verbraucherschützer weisen die Commerzbank vor dem Bundesgerichtshof in ihre Schranken. Das Institut hatte 15 Euro für alte Kontoauszüge berechnet. Was das Urteil für Bankkunden bedeutet.
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KarlsruheEine Bank darf ihren Kunden keine überhöhten Preise für die nachträgliche Ausstellung eines Kontoauszugs berechnen. Mit dieser Entscheidung folgte der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe dem Urteil der Vorinstanz zugunsten von Verbraucherschützern. Die Revision der Commerzbank wurde zurückgewiesen. Die zweitgrößte deutsche Bank verlangte bisher 15 Euro für einen länger zurückliegenden Kontoauszug.

Für den Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) bekräftigte Rechtsanwalt Peter Wassermann in der Verhandlung vor dem BGH die Auffassung, dass die meisten Kunden von der Bank mit überhöhten Kosten belastet würden. In mehr als 80 Prozent der Fälle gehe es um bis zu sechs Monate alte Kontoauszüge. Und da seien die tatsächlichen Kosten für die Bank mit 10,24 Euro deutlich niedriger als das verlangte Entgelt. Hier werde „die Masse der Fälle mit überhöhten Kosten belastet und das ist nicht im Sinne der gesetzlichen Regelung“, sagte der Anwalt.

Der Vertreter der Bank, Achim Krämer, erklärte hingegen, bei der nachträglichen Erstellung eines Kontoauszugs, der älter sei als sechs Monate, entstehe der Bank ein weit höherer Aufwand, der mehr als hundert Euro erreichen könne. Zum Teil müssten da erst Unterlagen „per Hand zusammengestellt werden“. Die verlangte Pauschale stelle daher eine durchschnittliche Gewichtung dar. In erster Instanz 2012 hatte das Landgericht Frankfurt der Commerzbank noch recht gegeben.

Ein Sprecher des Instituts sagte, der Preis für diese Leistung sei bereits Mitte November angepasst worden: Ein Auszug, der maximal 13 Monate zurückreicht, kostet jetzt drei Euro; bei einem älteren Auszügen sind es 15 Euro.

Mit Blick auf die Möglichkeiten einer Online-Bereitstellung von Kontoauszügen über einen längeren Zeitraum sagte vzbv-Referent Frank-Christian Pauli, die Banken könnten diese Daten ihren Kunden ja auch so verfügbar machen, dass sie gar keinen Aufwand hätten. Der Commerzbank-Sprecher kündigte an, dass die Bank „im Online-Bereich einiges tue, um die Prozesse deutlich zu vereinfachen und zu verschlanken“.

Das Gericht bemängelt, dass die Commerzbank ihre Kosten nicht differenziert nach Leistung erhebt. „Die pauschale Überwälzung von Kosten in Höhe von 15 € pro Kontoauszug auf alle Kunden“ verstoße gegen das Gesetz. Das Institut hätte „dargelegt, dass die weit überwiegende Zahl der Kunden deutlich geringere Kosten verursacht als von ihr veranschlagt.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Jens Hagen
Jens Hagen
Handelsblatt / Redakteur

Kommentare zu " Girokonto: Commerzbank muss Gebühren ändern"

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  • @gregor77
    ich stimme Ihnen zu. Bei der Bank wird jede Gebühr gerichtlich geprüft. über eine Glas Wasser im Restaurant, was 2€ kostet, beschwert sich keiner, obwohl man dafür einen ganzen kasten bekommt. Oder die Gebühren für einen Personalausweis, 28€, da klagt kein Verbraucherschutz.

  • Die Bank handelt richtig! Fr. Merkel befahl: Banken dürfen keine Schranken haben und sind bedingslos zu unterstützen. Sie sind wichtig! Der Bürger muss lt. Fr. Merkel abgezockt werden und für die Fehler der Banken haften. Dafür wurde Sie gewählt!

  • 15 € für einen separat angeforderten Kontoauszug. Respekt !

    Das sind die Folgen, wenn eine Bank ein Ausgabenproblem hat, und diese über die Einnahmenseite aus der Welt schaffen möchte.

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