Grauer Kapitalmarkt
Mehr Schutz für Anleger vor schwarzen Schafen

Nach einem Beschluss im Bundestag sollen Anleger künftig besser vor unseriösen Finanzberatern geschützt werden. Der Entwurf für den Grauen Kapitalmarkt stieß aber nicht bei allen Parteien auf Zustimmung.
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BerlinMit einer Gesetzesreform will die Regierung Anleger besser vor unseriösen und unqualifizierten Finanzberatern schützen. Der Finanzausschuss des Bundestags beschloss am Mittwoch mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP eine stärkere Regulierung des sogenannten Grauen Kapitalmarkts. Damit werden die Pflichten für Banken und Sparkassen im regulierten Bereich des Kapitalmarktes auf Anbieter im Grauen Markt ausgedehnt.

Dazu gehören das Gebot, im Sinne des Anlegers zu beraten, Provisionen offen zu legen und über ein Beratungsgespräch ein Protokoll zu führen und dem Anleger zur Verfügung zu stellen. Die Berater müssen künftig für die Berufsausübung einen Sachkundenachweis und eine Berufshaftpflichtversicherung vorweisen. Als Aufsicht werden für sie nach dem Vorbild der Aufsicht über Versicherungsvermittler die Gewerbeämter zuständig sein. Auf Antrag der Koalitionsfraktionen wurden außerdem Bestimmungen in den Gesetzentwurf eingefügt, mit dem die Provisionen im Bereich der Kranken- und Lebensversicherung begrenzt werden.

SPD und Grüne lehnten den Entwurf ab, die Linken enthielten sich. Die SPD-Fraktion verlangte einen noch besseren Schutz der Anleger und unter anderem eine regelmäßige Mitteilungspflicht über den Wert einer Anlage. Auch die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen forderte einen besseren Schutz der Anleger durch Änderung von Verjährungsfristen. 

Ein Sprecher kritisierte die Trennung der Aufsicht. Während für die Finanzinstitute die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zuständig ist, sollen für die Vermittler von Finanzanlagen die Gewerbeämter zuständig sein. Die Trennung der Aufsicht wurde auch von der SPD-Fraktion kritisiert. Die Koalition habe die Interessen von Marktteilnehmern zu stark berücksichtigt, was eine „destruktive Form des Lobbyismus“ sei. Es wäre wichtiger gewesen, wieder Vertrauen und Sicherheit in die Märkte zu bringen.

Dagegen verwies die FDP-Fraktion auf die Anhörung zu dem Gesetzentwurf, in der deutlich geworden sei, dass die BaFin administrativ gar nicht zur Übernahme dieser Aufgaben in der Lage sei. Das „scharfe Schwert“ des Gesetzes sei der Zwang zum Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung.

Die Linksfraktion bezeichnete es als übertrieben, von einem großen Wurf zu sprechen, wie dies die FDP-Fraktion getan habe. Der Graue Markt werde nicht wirklich reguliert.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Grauer Kapitalmarkt: Mehr Schutz für Anleger vor schwarzen Schafen"

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  • hi, und wer beschwert sich, dass er beim Autokauf 40% Marge zahlt? Keiner, weil das gar niemand mitbekommt. Man sollte schon so fair sein und zugeben, dass der Bankenmarkt einigermaßen reguliert ist - im Vergleich zu vielen anderen Bereichen. Zeigt ein Bauträger, dass er mindestens 20 % verdient? Ne, aber ohne diese Marge bekommt er keine Finanzierung. Leute! Ihr schimpft nur und habt selbst 0 Ahnung. Das ist voll lächerlich. Gruß steve ps ich nehms euch nicht übel, weil wieso sollt ihr auch noch was wissen, das ist nicht gewünscht und es gibt für jede müde Idee einen Professoren, der sich dafür stark macht. Bleibt weiter dumm und schlaft. Ein Schaaaaaaf lebt ja auch glücklich.

  • Hallo,
    bitte mal vor den Vermögensverwaltern (es soll ev. auch
    seriöse geben) warnen : sammeln Gelder ein mit viel Versprechen, entweder mit Agio o. 0,5 -1.0 % Verw.-Geb.,
    sowie Beteiligung am Gewinn, am Verlust wird sich logischerweise nicht beteiligt ! Manche haben bereits
    soviel Geld eingesammelt das die mal richtig fett leben
    können ; die Versprechen gehen weiter, Aktien werden
    irgendwann nach oben gehen , und da kaum einer mit Verlust raus will bleiben die meissten drin und werden weiter gemolken .

  • Schutz?

    Jeder, der in ein Zockerbüro (Investment Bank) geht, sollte wissen, dass er es mit Hochprofis zu tun hat. Mit anderen Worten, er wird immer abgezockt.

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