Grauer Kapitalmarkt
Mehr Transparenz – kaum Verbote

Zehntausende geschädigte Anleger und ein Verlust in Milliardenhöhe – der Fall Prokon hat die Regierung zu einem Aktionsplan animiert. Sie will Anleger besser vor Produkten wie geschlossene Fonds schützen. Die Details.
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DüsseldorfViel versprochen haben sie alle, doch am Ende mussten Anleger Verluste in Milliardenhöhe verbuchen. Prokon, S&K, Infinus – das sind nur die jüngsten Beispiele für Unternehmen, die Kleinanleger mit hoher Rendite und angeblich geringem Risiko gelockt haben. Am Ende entpuppten sich die vermeintlich sicheren Anlagen beispielsweise als Schneeballsysteme und das Geld der Anleger war verloren.

Vor solchen Investments am Grauen Kapitalmarkt sollen Privatanleger künftig besser geschützt werden, mit neuen Informationspflichten, strengeren Prospektregeln, Werbebeschränkungen und mehr Kompetenzen für die Finanzaufsicht Bafin. Wie genau das funktionieren soll, steht im „Aktionsplan für mehr Verbraucherschutz im Finanzmarkt“, den Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Donnerstag in Berlin vorgestellt haben.

Verbraucherschützer bewerten das Maßnahmenpaket grundsätzlich positiv: „Wir warten schon seit Jahren darauf, dass der Graumarkt reguliert wird. Unserer Ansicht nach gehören Produkte wie geschlossene Fonds und Genussrechte gar nicht in die Depots von Kleinanlegern“, sagt Dorothea Mohn, Leiterin des Teams Finanzen beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Sie hätte sich deshalb eigentlich ein komplettes Verbot des aktiven Vertriebs gewünscht. „Dazu konnten sich die Ministerien leider nicht durchringen, der Aktionsplan bringt aber trotzdem interessante Verbesserungen“, sagt sie.

Daniel Vos, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht bei der Kanzlei Göddecke ist kritischer: „Das Maßnahmenpaket ist nur eine Symptomkur, der Schutz der Anleger geht immer noch nicht weit genug“, sagt er. „Die Politik lässt sich damit auf ein Hase-und-Igel-Spiel mit den Produktanbietern ein, das sie nicht gewinnen kann. Um Kleinanleger wirklich zu schützen, müsste der Zugang der Anleger zum Grauen Kapitalmarkt für sie erschwert werden – beispielsweise durch hohe Mindestzeichnungssummen.“

Insbesondere der Fall Prokon hat die Bundesregierung wohl zum Handeln bewegt. Dem Windanlagenbetreiber hatten rund 75.000 Anleger etwa 1,4 Milliarden Euro anvertraut. Sie investierten in riskante Genussrechte. Inzwischen ist das Unternehmen insolvent und den Investoren bleibt nur die Hoffnung, zumindest noch einen Teil ihres eingezahlten Kapitals zurückzubekommen. Vor solchen Fällen will die Bundesregierung schützen.

Konkret sollen Anleger künftig mehr Informationen zu den Finanzprodukten erhalten, auch die Risiken sollen stärker offengelegt werden. Dafür stellen die Minister schärfere Anforderungen an den Verkaufsprospekt: Hier müssen die Anbieter preisgeben, wann bereits begebene und noch laufende Vermögensanlagen fällig sind. Das soll dem Anleger „die Einschätzung erleichtern, in welchem Umfang eine Anlage dazu genutzt wird, früher eingegangene Verpflichtungen zu bedienen“ – ob es sich also beispielsweise um ein sogenanntes Schneeballsystem handelt.

Kommentare zu " Grauer Kapitalmarkt: Mehr Transparenz – kaum Verbote"

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  • "Grauer Kapitalmarkt: Mehr Transparenz – kaum Verbote"

    Für Versicherungen sollen auch die gleichen strengen orderungen wie für den "Grauen Kapitalmarkt" gelten! Betrachtet man die Lebensversicherungsverträger der Versicherten geht es hier um ein Vielfaches des "Grauen Kapitalmarktes" und Transparenz gibt dort auch nicht.

    Die Preisangabenverordnung (PAngV) verlangt, dass Preise für das Anbieten von Waren oder Dienstleistungen im Verhältnis zum Endverbraucher angegeben werden. Bei fälligen Lebensversicherungen legen Versicherungen aber keine Daten offen, weshalb sie so hohe oder so niedrige Auszahlungsbeträge leisten.

    Deshalb sollte dieses Geschäft gänzlich verboten werden. Unterzeichnen Sie die Petition:

    https://www.openpetition.de/petition/online/verbot-des-vertriebs-von-lebensversicherungen-und-rueckabwicklung-bestehender-vertraege

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