Grauer Markt
Sieben Regeln gegen windige Geldanlagen

Viele Finanzprodukte bewegen sich in der Grauzone zwischen Legalität und Illegalität. Die Anbieter versuchen, den Deutungsspielraum geschickt zu nutzen. Die Risiken des grauen Kapitalmarkts – und wie Sie ihnen aus dem Weg gehen.
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Düsseldorf1. Zügeln Sie Ihre eigene Gier!

Mit konservativen Geldanlagen ist derzeit kaum Geld zu machen. Die Zeiten sind hart, finden Sie sich damit ab. Geldexperten aller Art verzweifeln an dem, was sich „Niedrigzinsphase“ nennt. Lebensversicherer, die Milliarden verwalten, dabei aber kein Risiko eingehen dürfen, sind ratlos. Vernünftige Zinsen ohne Risiko gibt es einfach nicht mehr.

Das sieht man ausgerechnet an solchen Anlageformen am besten, die bisher in Deutschland am beliebtesten waren. Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins bei 0,05 Prozent fixiert. Für zehnjährige Bundesanleihen wurden zuletzt nur noch 0,09 Prozent Zinsen pro Jahr ausgezahlt. Da frisst selbst die niedrigste Inflationsrate die Rendite gleich wieder auf. Für fünfjährige Anleihen bietet die Bundesbank erstmals in ihrer Geschichte gar keine Zinsen an. Auf dem Sekundärmarkt fielen die Angebote sogar bereits unter die Null-Linie. Es ist eine verrückte Welt.

Das bedeutet aber nicht, dass Sie nun auch verrückt sein müssen. Die Männer, die über die Fesseln der Niedrigzinsen klagen, haben im Umgang mit Vermögensbildung jahrzehntelange Erfahrung. Wenn die es schon nicht schaffen, Geld gleichzeitig sicher und gewinnbringend anzulegen, dann handelt es sich offenbar um eine besonders schwierige Aufgabe.

Doch die deutsche Psyche in Sachen Geld ist schwer zu verstehen. Sparzinsen von weniger als einem Prozent sind den Bundesbürgern nicht genug. Die Aktien im Dax, bei denen zuletzt durchschnittlich eine Dividendenrendite von 2,8 Prozent heraussprang, sind ihnen aber zu heikel. In den vergangenen zehn Jahren haben sich mehr als vier Millionen Deutsche von der Börse verabschiedet. Die Aktionärsquote ist auf 6,5 Prozent gesunken – kein anderes entwickeltes Industrieland hat weniger.

Was machen sie also? Sie wenden sich ab von großen Namen wie Adidas, Bayer und Deutscher Bank und geben ihr Geld lieber Unbekannten, die das Drei- bis Fünffache an Rendite versprechen. Zehn Prozent mit Holzanlagen in Deutschland. Zwölf Prozent mit Kautschukplantagen in Asien. 18 Prozent mit Ölbohrungen in den USA. All diese Angebote finden ihre Käufer. Oft scheint es, als würden die Sparer einfach den auswählen, der am meisten verspricht.

Ein solches Verhalten ist eine Einbahnstraße in die Katastrophe. Bei allem verständlichen Ärger über die niedrigen Zinsen: Dahinter stecken oft Scharlatane. Wer denen sein Geld anvertraut, die risikolose Anlagen mit zweistelligen Renditen in Aussicht stellen, darf sich später nicht beschweren, wenn er mit leeren Händen dasteht.

Wo hat der deutsche Anleger sein Geld nicht schon überall hingetragen! Festzinskonten in Island. Goldvorkommen in Kanada. Oft gleichen die Investmentausflüge der Deutschen den Erlebnissen von Baron Münchhausen. Nur dass der Sparer sich nicht am eigenen Schopf aus dem Schlamassel ziehen kann. Wer sich von seiner eigenen Gier blenden lässt, verliert sein Geld umso schneller.

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