Großrazzia
Betrüger prellen Anleger um 100 Millionen Euro

Über 120 Ermittler sind wegen Kapitalanlagetrugs in dreistelliger Millionenhöhe zu einer internationalen Razzia ausgerückt. Rund 4.000 Anleger sollen mit Anteilen an der Firma Business Capital Investors geprellt worden sein.
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DüsseldorfMit Großrazzien in mehreren Bundesländern sind Polizei und Staatsanwaltschaft gegen drei mutmaßliche Anlagebetrüger vorgegangen, die Investoren mit hohen Renditeversprecher geködert haben sollen. Drei Männer im Alter von 50, 64 und 66 Jahren seien unter dem Verdacht des Betrugs in einem besonders schweren Fall verhaftet worden, teilten die Staatsanwaltschaft Düsseldorf und das Landeskriminalamt NRW am Dienstag mit. Sie sollen rund 4000 Anleger um etwa 100 Millionen Euro geschädigt haben.

116 Ermittler seien am Montag ausgerückt. 13 Wohnungen und Büroräume in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen und Hessen wurden am Montag durchsucht. Weitere Durchsuchungen erfolgten in der Schweiz, Litauen, Spanien und Kanada. Die Festnahmen seien im niedersächsischen Oldenburg, im Raum Köln und im Ausland erfolgt. Die Ermittlungen seien auch durch Hinweise von Schweizer Strafverfolgern angestoßen worden.

Haftbefehle gegen die drei Männer seien vollstreckt worden. Sie seien dringend verdächtig, seit 2002 „in betrügerischer Absicht“ Beteiligungen an einer „Business Capital Investors Corp.“ vertrieben zu haben. Anlegern seien Renditen in einer Höhe von 15,5 Prozent in Aussicht gestellt worden. In einschlägigen Internet-Foren finden sich noch immer Fragen besorgter Verbraucher, ob diese Gesellschaft nun seriös sei oder nicht.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei der BCI um ein Schneeballsystem handelt und vermeintliche Erträge aus neu angeworbenen Einlagen gezahlt wurden. „Wir haben bis jetzt keine renditeträchtige Geschäftstätigkeit dieses Unternehmens feststellen können“, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Möllmann. Das Landeskriminalamt NRW hat für Geschädigte eine Hotline (Tel:0211-939-1564) eingerichtet.

Erst im Sommer war der wohl größten Fall von Anlagebetrug in Deutschland vom Landgericht Würzburg verhandelt worden. Der Hauptangeklagte Helmut Kiener wurde zu einer Haftstrafe von zehn Jahren und acht Monaten verurteilt - er hatte mit einem Schneeballsystem mehr als 5000 Kleinanleger und zwei Banken um mehr als 300 Millionen Euro geprellt. Auch Kiener hatte unrealistische Renditen von mehr als zehn Prozent versprochen.

Die Stiftung Warentest hatte schon 2005 vor BCI gewarnt und das Unternehmen auf seiner Warnliste geführt. Damals hatte die Finanzaufsicht Bafin einem Finanzberater das Verkaufen von BCI-Beteiligungen untersagt. Einem Aachener Rechtsanwalt wurde verboten, Anlegergeld für die BCI als Treuhänder anzunehmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Großrazzia: Betrüger prellen Anleger um 100 Millionen Euro"

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  • In der Tat: Bei der DZ Bank scheint so Manches nicht ganz mit rechten Dingen zu zugehen. Im Bankgenossen kann man da so einiges nachlesen (http://bankgenosse.wordpress.com). Auf die Staatsanwalt wartet viel Arbeit ...

  • Eine Razzia wäre bei diesem Geld-Institut unbedingt nötig, damit wir DG-Geschaedigte wüßten, wie unsere DG-Anlage genossenschaftlich aufgeteilt wurde!!

  • Hoffentlich startet auch bald eine Razzia bei der DZ Bank. Auch dort sind angelegte Gelder der DG Fonds in dreistelliger Millionenhöhe so einfach verschwunden, in den zivilrechtlichen Verfahren vor Gericht kommen so manche Ungereimtheiten ans Licht, eine Einschaltung der Staatsanwaltschaft schon lange überfällig.

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