Haustiere & Mietrecht
Keine Strafe für lautstarken Papagei

"Jokis" Pfeifen bleibt ungestraft: Eine Paderborner Graupapagei-Besitzerin muss nun doch keine Vertragsstrafe für jeden unzulässigen Pfiff ihres geflügelten Haustiers zahlen.
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dpa DORTMUND/PADERBORN. "Jokis" Pfeifen bleibt ungestraft: Eine Paderborner Graupapagei-Besitzerin muss nun doch keine Vertragsstrafe für jeden unzulässigen Pfiff ihres geflügelten Haustiers zahlen. Dies hat am Donnerstag das Dortmunder Landgericht entschieden, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. Geklagt hatten Nachbarn der Frau, die im gleichen Mehrfamilienhaus lebten, inzwischen aber ausgezogen sind.

Der Streit um das stimmgewaltige Tier begann bereits vor vielen Jahren und beschäftigte mehrere Gerichte. 2007 wurde vor dem Landgericht Paderborn ein Vergleich geschlossen. Darin verpflichtete sich die Frau, mittags und abends ihren 31 Jahre alten Liebling nicht auf den Balkon zu stellen und die Fenster zu schließen. Als Vertragsstrafe wurden 500 Euro pro Verstoß festgelegt.

In der Folge zählten die Nachbarn angeblich 75 Verstöße: 37 500 Euro sollte die Besitzerin nun zahlen. Das Amtsgericht Paderborn gab den Klägern teilweise Recht, 22 500 Euro betrug die Strafe nun. Dagegen legte die Besitzerin Berufung ein beim Landgericht Dortmund - und bekam nun Recht.

Auch wenn es am Donnerstag noch keine Urteilsbegründung gab - in der mündlichen Verhandlung hatte der Vorsitzende Richter durchblicken lassen, dass er den 2007 geschlossenen Vergleich möglicherweise für sittenwidrig hält, weil die Summe der Einzelstrafen zum Ruin der Beklagten führen könnte. Das Urteil ist laut Gericht rechtskräftig.

Einen Freibrief für "Jokis" Pfeifen bedeutet das allerdings nicht: In der Mittagszeit zwischen 13 und 15 Uhr darf Joki auch weiter nicht auf den Balkon, wie die Besitzerin sagte.

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