Hedgefonds-Gründer Kiener
Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Im Fall des mutmaßlich betrügerischen Hedgefonds K1 klagt die Staatsanwaltschaft jetzt den Gründer Helmut Kiener an, der seit einem Jahr bereits in Untersuchungshaft sitzt. Der Fall weitet sich offenbar aus: Drei weitere Beschuldigte sind verhaftet worden.
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HB FRANKFURT. Neue Entwicklung im Fall des Skandal-Fonds K1: Der Gründer des mutmaßlich betrügerischen Hedgefonds K1 soll sich jetzt vor Gericht verantworten.

Gegen Helmut Kiener werde Anklage erhoben, teilte die Staatsanwaltschaft Würzburg am Dienstag mit. Dem Manager werde gewerbsmäßiger Betrug in 35 besonders schweren Fällen, Urkundenfälschung in 86 Fällen sowie Steuerhinterziehung vorgeworfen. Die Anklageschrift sei 630 Seiten dick. Bis zum Prozessauftakt am Landgericht dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. "In diesem Jahr wird das mit Sicherheit nichts mehr."

Der Diplom-Psychologe und Sozialpädagoge Kiener aus Aschaffenburg sitzt seit gut einem Jahr in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Betrug durch den Aufbau eines Schneeballsystems vor. Er habe alte Anleger mit dem Geld neuer Investoren ausbezahlt. Kiener habe durch unwahre Angaben in Prospekten der Fonds K1 Global Limited und K1 Invest Limited insgesamt 4924 Anleger um rund 122 Mio. Euro betrogen. Der betrügerische Gesamtschaden belaufe sich auf etwa 345 Mio. Euro. Zu den Geschädigten zählen auch Großbanken wie Barclays und BNP Paribas. Kiener hatte die gegen ihn erhobenen Betrugsvorwürfe in der Vergangenheit stets zurückgewiesen.

Auch gegen den Mitgeschäftsführer der Firma Treukapital Treuhandverwaltung erhob die Staatsanwaltschaft Anklage, wie sie mitteilte. Ihm wirft sie Beihilfe zum Betrug in zwei besonders schweren Fällen vor. Drei weitere Beschuldigte seien vor wenigen Tagen wegen Fluchtgefahr verhaftet worden.

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