Hotel-Buchungsportale
Bestpreis-Garantie im Visier des Kartellamts

Viele Hoteliers stöhnen über die Macht der Buchungsportale. Doch das Bundeskartellamt dürfte noch in diesem Jahr ein Machtwort sprechen. Im Visier stehen die weit verbreiteten Bestpreis-Garantien.
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BonnViele Verbraucher lieben sie: Die Bestpreis-Garantien im Internet. Alle großen Reiseportale wie HRS, booking.com oder Expedia bieten sie an und vermitteln den Kunden damit das Gefühl, nicht viel falsch machen zu können. Doch dem Bundeskartellamt ist die Praxis zunehmend ein Dorn im Auge. Noch in diesem Jahr dürften die Wettbewerbshüter ein Machtwort sprechen.

Das Kartellamt hat Deutschlands größtes Online-Hotelportal HRS ins Visier genommen und bereits zweimal abgemahnt. Noch in diesem Jahr will es seine endgültige Entscheidung bekanntgeben. Dabei geht es genaugenommen nicht um die Preisgarantien für die Kunden, sondern um die Verträge, die sie möglich machen.

Hotels, die auf HRS um Kunden werben wollten, mussten dem Online-Portal nach Angaben des Bundeskartellamtes bis zum Einschreiten der Wettbewerbshüter den jeweils niedrigsten Zimmerpreis, die höchstmögliche Zimmerverfügbarkeit und die günstigsten Buchungs- und Stornierungskonditionen garantieren. Selbst an der eigenen Rezeption sollten die Hotels Reisenden demnach zuletzt keine besseren Konditionen anbieten dürfen. Das Kartellamt sieht darin einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht. Und die Hauptwettbewerber agieren nach Angaben der Wettbewerbshüter ähnlich.

HRS geht allerdings davon aus, dass die Bestpreis-Klauseln nicht gegen geltendes Recht verstoßen. „Bestpreis-Klauseln sind keine Erfindung von HRS, sondern sind internationaler Branchenstandard im Internet-Vertrieb“, reagierte HRS-Geschäftsführer Tobias Ragge auf die Vorwürfe des Kartellamtes. Und: Sie erleichterten den Kunden das Leben, weil sie den Suchaufwand verringerten.

Für die Hotelbetreiber hat sich das Gebaren der mächtigen Online-Portale längst zum Alptraum entwickelt. Einst waren die Hotelportale willkommene und preiswerte Helfer bei der Vermietung leerer Zimmer. Heute diktieren sie die Bedingungen und kassieren 15 bis 25 Prozent des Zimmerpreises an Provision. Denn kaum noch ein Hotelier kann auf ihre Dienste verzichten.

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Bestpreis-Garantie im Visier des Kartellamts

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Kartellamt hofft auf Signalwirkung der Entscheidung

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  • Dem Kunden wird vermittelt, dass er den Bestpreis bekommt. Welche Firma kann es sich leisten, den niedrigsten Preis anzugeben, ohne die Provision an den Portalbetreiber schon Vorab in den Preis mit einzurechnen. Dann wird in er Werbung dem Kunden suggeriert, das mit den Firmen verhandelt wird. Eine große Lüge.
    In diesen Portalen werden die Waren oder Dienstleistungen von den Firmen eingetragen und dann veröffentlicht.
    Die AGB der Portale geben genau die Bedingungen vor.
    Da findet keine Verhandlung statt. Das könnten die Portale auch Personell gar nicht leisten.
    Bei solchen falschen Werbeangaben sollten die Portale sofort unter Strafandrohung abgemahnt werden. Wie überall gibt es sicherlich auch dort sicherlich wieder eine Gesetzeslücke. Der Gesetzgeber will keine Verbote per Gesetz, das wäre dann wohl auch zu einfach.

    Die Menschen sollen sich doch mit solchen Problemen von morgens bis abends herum schlagen, um nicht auf andere Gedanken zu kommen.

  • Traue keinem Online-Portal! Insbesondere nicht dem angeblich größten! Fakt ist, das diese Portale ein Hotel als geprüft, mit Best-Preis und besonderer Empfehlung offerieren. Kommen Sie dann in dieses „besondere“ Hotel und stellen fest, daß das es definitiv nicht der Beschreibung im Internet entspricht, können Sie zwar beim Portal reklamieren, aber ohne Erfolg! Sie seien nicht verantwortlich, sondern das Hotel (trotz Ihrer ausdrücklichen Empfehlung!). Die Anzahlung ist futsch. Mein Tip: in der Portalen recherchieren, im Hotel anrufen und zum Internetpreis reservieren! Funktioniert definitiv. Letztendlich sparen Sie und das Hotel hat das Geld!

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