Industriespionage
Keine Kündigung wegen Angst vor Spionage

Jahrelang arbeitet ein Ingenieur aus Schleswig-Holstein für ein Unternehmen. Dann heiratet er eine Chinesin. Die Firma bekommt Angst vor Industriespionage, denn der Mann könnte eine Sicherheitslücke darstellen.

DüsseldorfDie Hochzeit mit einer Chinesin kostete einen 47-jährigen Ingenieur den Job. Der Leiharbeiter hatte den Betrieb, bei dem er eingesetzt war, von der Beziehung unterrichtet - und das Unternehmen hatte sie jahrelang nicht als sicherheitsrelevant eingeordnet. Stattdessen hatte die Firma den Mann sogar noch abgeworben und eingestellt, nachdem er die Chefs über die anstehende Hochzeit informiert hatte. Kurz darauf bekam das Management Angst vor Industriespionage - und kündigte dem Mitarbeiter, weil er ein Sicherheitsrisiko darstelle.

Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein sah das als sittenwidrig an (Az.: 3 Sa 95/11). Der Mann sei zum Spielball ethisch unsauberen Verhaltens geworden, urteilten die Richter - und kassierten ein anders lautendes Urteil des erstinstanzlich zuständigen Arbeitsgerichts ein. Das hatte die bloße Furcht vor Industriespionage als Kündigungsgrund anerkannt.

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