Insolvenzverwalter
Prokon-Anleger können 2015 auf Geld hoffen

Gute Nachrichten für die Prokon-Anleger: Der Insolvenzverwalter will sie gleichrangig wie alle anderen Gläubiger behandeln. Und: Genussrechte sollen zu Anleihen werden. Mit wie viel Geld Anleger rechnen können.
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Die Anleger des insolventen Windparkbetreibers Prokon können frühestens ab 2015 mit einer teilweisen Rückzahlung ihres eingesetzten Kapitals rechnen. Das gab der vom Amtsgericht Itzehoe eingesetzte Konkursverwalter heute Dietmar Penzlin heute bekannt.

Sie werden dabei behandelt wie alle anderen Gläubiger auch. Genussrechte sind ein Zwitter zwischen Eigenkapital und Fremdkapital und werden im Normalfall gegenüber Kreditgebern nachrangig bedient. Das wird aber im Fall Prokon keine Rolle spielen, da laut Penzlin „entscheidende Passagen der Genussrechtsbedingungen unwirksam sind.“ Vor diesem Hintergrund würden die Forderungen der Prokon-Anleger als „normale Insolvenzforderung“ einzuordnen sein.

Der Windparkbetreiber Prokon Regenerative Energien GmbH hatte von rund 75.000 Anlegern insgesamt 1,4 Milliarden Euro in Form von Genussrechten eingesammelt und diesen Anlegern immer kürzere Kündigungsfristen eingeräumt. Nachdem immer mehr Anleger ihre Genussrechte gekündigt hatten, wurde der Konzern zahlungsunfähig. Am 1. Mai hat das Amtsgericht Itzehoe die Insolvenz festgestellt und Penzlin, der schon vorläufig eingesetzt war zum Insolvenzverwalter berufen.

Ähnlich wie vom Handelsblatt bereits im Vorfeld geschätzt, taxiert Penzlin die zu erwartende Quote unverbindlich auf 30 bis 60 Prozent des eingesetzten Genussrechtskapitals und aller anderen Verbindlichkeiten des Konzerns. „Meine gesetzliche Aufgabe ist es, eine möglichst hohe Quote für alle Gläubiger zu erwirtschaften“, sagte Penzlin. Formulare zur individuellen Anmeldung der Insolvenzforderung würden Mitte Juli allen Anlegern zugesendet. „Bitte waren Sie diesen weitern Brief mit dem Formular unbedingt ab“, rät Penzlin den Anlegern und Gläubigern. Mit der Anmeldung ihrer Forderungen können sich die Anleger dann bis Mitte September Zeit lassen.

Der Beschluss des Gerichts

Penzlin strebt an, die Windparks und auch das dazugehörige Stromgeschäft fortzuführen. Den Wert der bestehenden und der geplanten Windparks taxiert er auf 508 bis 538 Millionen Euro. Damit lägen diese Werte unterhalb der von Prokon angesetzten Werte. Die von Prokon-Gründer Carsten Rodbertus stets angeführten „Stillen Reserven“ im Konzern waren wohl eine Luftnummer. Stille Reserven gebe es nicht, sagte Penzlin. Das Prestigeprojekt P3000, ein von Prokon selbst gebautes großes Windrad, wird nicht fortgeführt. Der Markt ist bereits von anderen Anbietern besetzt.

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