Kfz-Handel
„Eine Bargeldobergrenze würde Geschäfte schwerer machen“

Die Bundesregierung überlegt, Bargeld-Transaktionen auf 5000 Euro zu begrenzen, um so Geldwäsche zu bekämpfen. Ansgar Klein, Vorstand des Bundesverbands freier Kfz-Händler, bezweifelt die Erfolgsaussichten des Vorhabens.

FrankfurtNach einem SPD-Vorstoß überlegt die Bundesregierung, Bargeldzahlungen in unbegrenzter Höhe abzuschaffen. Für viele Händler kann das zum Problem werden. Auch der Autoverkauf mit einer Obergrenze 5.000 Euro wäre davon betroffen. Ansgar Klein, Vorstand des Bundesverbands freier Kfz-Händler (BVfK) mit einer Einschätzung zu den möglichen Folgen für Verkäufer und Kunden.

Herr Klein, wie wichtig ist das Bargeld in ihrer Branche?
Vor vielen Jahren habe ich einen Mercedes-Neuwagen gekauft – der Händler hat nur Bargeld akzeptiert. Da war ich nicht der einzige, der da mit einer Plastiktüte rein gekommen ist. Seit dem hat sich aber viel verändert. Die Barzahlung ist für die freien Kfz-Händler nicht mehr so wichtig wie damals. Tatsächlich geht sie immer weiter zurück. Viele Händler sind sowieso schon bemüht auf bargeldlose Zahlung umzustellen. Da spielt vor allem der Sicherheitsaspekt eine große Rolle, da viel eingebrochen wird. Die Menge der von einer Obergrenze betroffenen Geschäfte dürfte daher gar nicht so groß sein.

Ist die Begrenzung also eine gute Idee?
Grundsätzlich befürworten wir alle Maßnahmen, die Kriminalität bekämpfen oder eindämmen. Gleichwohl sollte man nichts verbieten, von dem man sich nicht sicher ist, ob das Verbot auch die gewünschte Wirkung hat. Im Falle einer Obergrenze bezweifeln wir das.

Warum?
Die Fantasie krimineller Organisationen ist weitaus größer als die redlicher Menschen wie beispielsweise in der Politik. Der Vorstoß für eine Obergrenze wirkt eher wie Aktionismus, als eine wirklich begründete Maßnahme mit erwarteter Wirkung. Das scheint mir wie Balsam für die geschundene Bürgerseele. Das einzige was man aber damit schafft, ist es dem Händler und den Verbrauchern das Leben schwerer zu machen.

Wie würde die Obergrenze den Verbraucher treffen?
Der Verbraucher hat vor dem Autokauf verschiedene Hürden vor sich und muss sich um irgendein Sicherungssystem kümmern. Das bedeutet nicht nur mehr Aufwand, sondern auch viel mehr Kosten, die dann vermutlich beim Kunden verbleiben. Doch der Moment des Leistungsaustauschs sollte Zug um Zug möglich sein. Da wird man, wenn noch nicht geschehen, auf andere Bezahlsysteme zurückgreifen bzw. entwickeln müssen. Unser Verband bietet bereits Treuhandlösungen, die viel genutzt werden. Klar ist aber auch, eine Obergrenze würde Geschäftsabwicklungen schwerer machen.

Wenn der Verbraucher in Zukunft per Überweisung in Vorkasse tritt, der Händler pleite geht, ist das bezahlte Geld womöglich weg. Wie lässt sich dem begegnen?
Unser Verband warnt generell vor ungesicherter Vorkasse – welcher Art auch immer. Damit hängen mitunter Schneeballsysteme zusammen oder andere betrügerische Machenschaften, wie beispielsweise Lockvogelangebote, in denen Kunden zur Vorkasse verleitet werden. Wenn der Verbraucher jetzt allerdings gezwungen wird, Vorauszahlung zu leisten, muss man ihm gleichzeitig Systeme anbieten, die das absichern.

Wären Insolvenzsicherungsscheine eine Option, ähnlich denen, die beispielweise für Reiseveranstalter Pflicht sind?
Das müssen wir jetzt abstimmen – doch es bedeutet alles zusätzliche Kosten und Bürokratie. Generell gilt aber: Wir müssen uns die weitere Entwicklung jetzt erst einmal anschauen und uns dann möglicherweise auch an alternative Bezahlsysteme gewöhnen, die wir dann mit unseren Mitglieder gestalten müssen. Zudem müssen wir Einfluss nehmen auf die Gestaltung von etwaigen Vorschriften, damit es alles praktikabel bleibt. Dabei ist unsere Schnittmenge mit den Verbraucherschützern generell auch immer groß.

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