Kostenloses Girokonto Gericht untersagt irreführende Werbung

Mit dem Gratis-Girokonto zu werben wird nach einem Urteil des Landgerichts Düsseldorf für Banken schwieriger. Auch versteckte Gebühren werteten die Richter als Kosten.
Update: 10.01.2017 - 17:17 Uhr 1 Kommentar
Ein Institut der Sparda-Bankengruppe hatte Anfang April 2016 für die Ausstellung einer Girocard eine jährliche Gebühr von zehn Euro eingeführt und dennoch mit dem kostenlosen Girokonto geworben. Quelle: Imago
Bankgebühren

Ein Institut der Sparda-Bankengruppe hatte Anfang April 2016 für die Ausstellung einer Girocard eine jährliche Gebühr von zehn Euro eingeführt und dennoch mit dem kostenlosen Girokonto geworben.

(Foto: Imago)

Bad Homburg/DüsseldorfDie Sparda-Bank West darf einem Urteil zufolge nicht mit einem kostenlosen Girokonto werben, wenn sie für die Girocard, die oft auch EC-Karte genannt wird, eine Gebühr verlangt. Das Landgericht Düsseldorf untersagte auf Antrag der Wettbewerbszentrale der genossenschaftlichen Bank die Werbung als irreführend, wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag bestätigte (Az. 38 O 68/16).

Aus Sicht der Wettbewerbszentrale hat das Urteil Bedeutung für die gesamte Branche, „weil es dem Versuch, Kosten zu verstecken oder durch die Hintertür einzuführen, eine klare Absage erteilt“. Die Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Das Institut gehört zu der Sparda-Bankengruppe. Anfang April 2016 führte die Bank für die Ausstellung einer Girocard eine jährliche Gebühr von zehn Euro ein. Mit der Karte können die Kunden am Automaten Geld abheben, die Selbstbedienungsterminals nutzen und Kontoauszüge ausdrucken. Das Girokonto an sich ist bei der Sparda-Bank West kostenlos. Auch andere Sparda-Banken wie die Sparda Hamburg und die Sparda Berlin verlangen inzwischen für die Girocard eine Jahresgebühr.

Das Geldhaus wollte sich zu dem Urteil noch nicht äußern. „Da die Entscheidung nicht rechtskräftig ist und uns die Urteilsgründe bislang noch nicht vorliegen, können wir zum heutigen Zeitpunkt keine Stellungnahme abgeben“, erklärte die Sparda-Bank West.

Banken und einige Sparkassen hatten das Gratiskonto lange zur Kundenwerbung eingesetzt. Kostendruck und die Zinsflaute zwingen viele Institute jedoch zum Umdenken. Kostenlose Girokonten werden immer mehr zu einem Auslaufmodell. Die Zeitschrift „Finanztest“ hatte im Herbst in einer breiten Untersuchung nur noch 25 Gratis-Girokonten „ohne Wenn und Aber“ gefunden. Ohne Wenn und Aber heißt, dass die Girocard nichts kostet, keine Bedingungen zu erfüllen sind und alle Buchungen inklusive sind. In der „Finanztest“-Aufstellung findet sich auch die Sparda-Bank Hessen, unter anderem neben PSD Banken und Direktbanken.

  • dpa
  • ea
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1 Kommentar zu "Kostenloses Girokonto: Gericht untersagt irreführende Werbung"

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  • Bei den kostenlosen "Kreditkarten" von z.B. Consorsbank, DiBa und vermutlich auch anderen handelt es sich nicht um KREDITkarten sondern um DEBITkarten bei denen taggleich das Girokonto für jede einzelne Zahlung belastet wird.
    ECHTE Kreditkarten die monatlich abgerechnet werden, kosten extra!
    Deshalb umgeht Consorsbank den Begriff Kreditkarte und nennt diese Karte auch nur "Visa Card".
    Die Visa Card Gold für 60 Euro pro Jahr ist hingegen eine Kreditkarte.
    Bitte im Artikel korrigieren!

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