Kurskollaps
CO2-Votum drückt Strompreis auf 8-Jahres-Tief

Die Euro-Parlamentarier haben den Plänen für Emissionszertifikate eine Absage erteilt. Das sorgte für einen Kursrutsch bei den CO2-Zertifikaten – und dadurch auch beim Strompreis.
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FrankfurtDie Ablehnung der Pläne zur Stützung des Marktes für Emissionszertifikate durch das Europäische Parlament hat am Dienstag den Preis für Strom in Deutschland ins Rutschen gebracht. Der Kontrakt zur Lieferung einer Megawattstunde in einem Jahr fiel an der Strombörse EEX um bis zu 3,3 Prozent und war mit 39,50 Euro so billig wie seit Juni 2005 nicht mehr.

Das "Nein" der Euro-Parlamentarier sorgte für einen Kollaps der Kurse für CO2-Zertifikate und damit eines wichtigen Faktors für den Strompreis. Vor diesem Hintergrund gingen auch die Aktien der Versorger in die Knie. RWE und E.ON waren mit Verlusten von 2,5 beziehungsweise 4,6 Prozent die größten Verlierer im Dax. Die österreichische Verbund verlor 3,7 Prozent und an der Börse Helsinki brachen Fortum sogar um mehr als fünf Prozent ein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kurskollaps: CO2-Votum drückt Strompreis auf 8-Jahres-Tief"

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  • Das ist aber ein sehr unsachlicher Beitrag. Atomenergie hat per Definitioon ausschliesslich von öffentlichen Geldern gelebt, denn die EVU's waren allesamt zur Zeit ihres Baues in öffentlicher Hand. Insbesondere ist die Haftung nicht durch private Versicherungen gedeckt, wie im Falle von Solaranlagen oder Windkraftanlagen, sondern der Staat schreibt quer, also: eine öffentliche Förderung. Allein schon die Tatsache, dass EVU's früher ein Monopol in ihrem Gebiet hatten, ist eine enorme Subvention! Geben Sie mir eine Monopolstellung in einem Gebiet und dann werde ich Ihnen zeigen, was Subvention bedeutet. Solaranlagen und Windkraftwerke als umweltschädlich zu betiteln ist alleine schon pure Demagogie, "Googeln" Sie doch mal die Stromgestehungskosten und CO2-Emissionen pro Energietechnologie nach und Sie werden feststellen, dass Windkraftwerke zu den umweltschonensten Energietechnologien gehört, ganz im Gegenteil zur Braunkohle. Atomkraft hat eben nur zwei kleine Problem zu lösen: die Entsorgung und die Sicherheit, wenn Sie die gelöst haben sollten, dann denke ich dass ihr nicht mehr im Wege steht.
    An diesen Diskussionen sieht man immer wieder, dass das Recht auf freie Rede alleine nicht viel bringt, das Grundübel unsere Demokratie heute!

  • Alex, ich meine dass Sie da eine Menge unzusammenhängende ökoreligiöse Parolen repetieren.

    Eine Stromversorgung basierend auf umweltschädlichen Windmühlen und Solarzellen kann kaum dezentral organisiert werden. Die extremen Erzeugerschwankungen einzelner Windmühlen lassen sich kaum kompensieren, bzw. Es dürfte sehr schwer sein eine gleichmässige Netzfrequenz sicherzustellen.

    Heimische Energiequellen sind die Braunkohle mit einem nationalen Wertschöpfungsanteil von gut 90% und die sehr umweltfreundliche Kernenergie mit gleichfalls etwa 90% Wertschöpfungsanteil. Die umweltschädlichen Solarzellen werden grösstenteils in Asien gefertigt, bei den Windmühlen steht die Verlagerung der Fertigung in Schwellenländer bevor.

    Ich und mein Umfeld beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit der Kernenergie. Ich habe abseits der bekannten Oekophantasien noch nie gehört, dass die kommerzielle Kernenergie in Deutschland, oder der Schweiz Subventionen erhalten hat. Dagegen gab es zig-Milliarden € teure Behinderungen wie, Enteignungen, sinnfreie Auflagen, das Oekospektakel um den Atommüll, etc. Wenn Sie ernsthafte Informationen haben, sollten Sie Ihr Wissen an die Betreiber verkaufen. Das gilt gleichermassen für Braunkohle.

    Vandale

  • Wer den Klimawandel als Aberglauben betitelt und regenerative Energie als ökoreligiöse Vision, der verkennt meiner Meinung nach die Realität. Dass die Energiewende und die damit einhergehende Dezentralisierung der Energieversorgung die althergebrachten (angenehmen) Oligopolstrukturen der großen Energieversorger gefährdet, liegt auf der Hand. Ebenso ist klar, dass sich diese Firmen dagegen mit allen Mitteln wehren, da ihr Geschäftsmodell ins Wanken gerät. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist jedoch zu bedenken, ob es ethisch und wirtschaftlich tatsächlich besser ist, wenn wir jedes Jahr hunderte Milliarden Euro an Diktaturen überweisen, anstatt die Energie im eigenen Land zu erzeugen und damit die Wertschöpfung hier zu generieren. Das EEG hat nur einen Konstrukktionsfehler: es ist zu transparent! Anstatt die Subventionen wie z.B. für Kohle und Atomkraft im Steuersystem zu verstecken, werden die Kosten ganz transparent ausgewiesen. Damit bietet es für Lobbygruppen viel Angriffsfläche, obwohl die tatsächlichen Kosten für andere Energieträger faktisch wesentlich höher liegen.

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