Libor-Manipulationen: Berufsverbot gegen Ex-Deutsche-Bank-Händler

Libor-Manipulationen
Berufsverbot gegen Ex-Deutsche-Bank-Händler

Die britische Finanzaufsicht hat einem weiteren Banker die Arbeit verboten. Weil ein ehemaliger Händler der Deutschen Bank den Libor-Zinssatz zu seinen Gunsten manipuliert hatte, drohen ihm jetzt bis zu 30 Jahre Gefängnis.

LondonDie britische Finanzaufsicht FCA hat ein Berufsverbot gegen einen ehemaligen Händler der Deutschen Bank verhängt. Der 43-jährige Brite hatte bereits im Herbst vergangenen Jahres vor einem US-Gericht gestanden, an der Manipulation des Referenzzinssatzes Libor beteiligt gewesen zu sein.

Auf Grund der Libor-Tricksereien habe er sich als untauglich erwiesen, um weiterhin in der Finanzbranche arbeiten zu können, teilte die FCA am Mittwoch mit. Seine Unredlichkeit disqualifiziere ihn, heißt es weiter.

Der Brite hat zwischen 2000 und 2012 mit einer Reihe von Finanzprodukten gehandelt, die vom Libor-Zinssatz in US-Dollar abhängig waren. Gelegentlich hat er laut FCA Libor-Werte festgelegt, die in die Berechnung des Referenzzinssatzes einflossen. Dabei sei er nicht nach objektiven Kriterien vorgegangen, sondern habe sich an den Wünschen von Kollegen orientiert und Libor-Sätze weitergereicht, die ihnen und ihren Geschäften dienten.

Die Libor-Manipulationsaffäre hat Banken weltweit Strafen von etwa neun Milliarden Dollar eingebracht. Parallel dazu hatte der Skandal juristische Folgen für mehr als 20 ehemalige Mitarbeiter der Banken. Einige mussten sich bereits in den USA und in Großbritannien vor Gericht verantworten. In vielen Fällen steht das noch an.

Der 43-Jährige Ex-Deutsche-Bank-Mitarbeiter hat im Oktober in den USA auf schuldig plädiert. Die Strafe wird noch festgelegt. Sie könnte bei maximal 30 Jahren Gefängnis liegen. Zusätzlich könnte eine Geldstrafe in Millionenhöhe auf ihn zukommen.

Die FCA hat im Libor-Skandal auch schon Berufsverbot gegen zwei ehemalige Rabobank-Händler verhängt.

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