Micro-Richtlinie
Entlastung für Kleinstfirmen

Für eine halbe Million kleiner Firmen will die Bundesregierung Vereinfachungen schaffen. Doch nicht alles ist in Brüssel durchsetzbar und das Kostensparpotenzial fällt eher mager aus.
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Der Berg kreißte und gebar eine Maus. Kein Zitat hätte besser gepasst als dieses aus der Feder des römischen Dichters Horaz. Die von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) geplante Bilanzierungsvereinfachung entlastet die betroffenen 500.000 Kleinstfirmen um jeweils 70 Euro im Jahr.

Wenn der Gesetzentwurf vom Parlament verabschiedet wird, können kleine Unternehmen schon in diesem Jahr ihre Jahresabschlüsse vereinfachen. Vor allem aber: Sie müssen ihre Bilanzen nur noch beim Bundesanzeiger hinterlegen. Sie werden nicht mehr automatisch veröffentlicht. Doch die vom Ministerium geschätzte Kostenersparnis von insgesamt 35 Millionen Euro im Jahr für die Wirtschaft ist eher bescheiden.

Dabei war die auf EU-Ebene vereinbarte Micro-Richtlinie für Deutschland „immer ein sehr wichtiges Anliegen“, kommentiert das Justizministerium. Das ursprüngliche, auch von Wirtschaftsverbänden unterstützte Ziel, kleine Firmen vollständig von der Pflicht zur Aufstellung einer Bilanz zu befreien und ihnen eine einfache Einnahmen-Ausgaben-Rechnung zu ermöglichen, war aber in Brüssel nicht durchsetzbar.

Das Berliner Justizministerium, so heißt es beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), habe denn auch keine weiteren Erleichterungen ins Gesetz schreiben können. Der Europäische Rat hatte die Micro-Richtlinie im Februar 2012 verabschiedet. Und das „erst nach zähem Ringen“, so das Ministerium.

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Entlastung für Kleinstfirmen

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Aufwand nicht immer geringer

Kommentare zu " Micro-Richtlinie: Entlastung für Kleinstfirmen"

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  • "..entlastet die betroffenen 500.000 Kleinstfirmen um jeweils 70 Euro im Jahr.."

    Ist das Satire oder ernst gemeint?

  • Brüssel arbeitet damit aktiv gegen den Euro. Waren sich die Regierungsschefs beim letzten Gipfeltreffen im Juni nicht alle einig, dass eine einseitige Austeritätspolitik nichts bringe für den Schuldenabbau, sondern ergänzt werden müsse durch wachstumsfördernde Massnahmen. Wenn man darunter nicht neue Schulden versteht, dann bleiben nur strukturelle Veränderungen. Und diese Regulierung für Kleinstunternehmer gehört eindeutig dazu. Bemerkenswert dass ausgerechnet Italien, dessen Monti mit am lautesten gegen eine reine Sparpolitik zur Rettung des Euro wettert, sich gegen eine Vereinfachung stellt.
    An ihren taten sollt ihr sie erkennen. Alles Geschwätz!

  • Mal wieder ein Beispiel für das Bürokratie-Monster EU.

    Was hat uns Brüssel bisher gebracht? Bürokratie und Fremdbestimmung.

    Austritt aus der EUdssr jetzt!

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