Münzen und Scheine
Schrotthändler wollen kein Bargeld mehr

Der Vorstoß der SPD, das Bargeld in Deutschland zu begrenzen, hat eine Debatte ausgelöst. Transparency International ist dafür, der Bankenverband dagegen. So mancher Branche geht die Idee sogar nicht weit genug.

BerlinDie Korruptionsbekämpfer von Transparency International begrüßen prinzipiell die Initiative der SPD, Limits bei Bargeldzahlungen einzuführen und die 500-Euro-Note abzuschaffen. „Eine Bargeldschranke ist ein wirksames Instrument zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft. Das Hin- und Hertragen von Bargeld in beliebiger Höhe fördert illegales Geschäftsgebaren“, sagte Caspar von Hauenschild, Vorstandsmitglied von Transparency International Deutschland, dem Handelsblatt. Gleichzeitig hält er die von der SPD ins Spiel gebrachte Grenze von 5000 Euro eher für zu hoch angesetzt. „Warum nicht 1000 Euro?“, so von Hauenschild.

Die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) geht sogar noch einen Schritt weiter: „Die Einführung eines bargeldlosen Zahlungsverkehrs im Metall- und Schrotthandel könnte die Kriminalität in diesem Bereich drastisch eindämmen. Frankreich hat uns bereits gezeigt, wie es geht“, so der BDSV-Geschäftsführer Ulrich Leuning.

„Wir begrüßen den Vorstoß der SPD. Eine Begrenzung von Bargeldgeschäften könnte dazu beitragen, den illegalen Metallhandel einzudämmen“, sagte der Inhaber des Recyclingunternehmens Alba, Eric Schweitzer, dem Handelsblatt.

Mit der Forderung nach der Abschaffung der 500 Euro-Note läuft die SPD bei Transparency International auch offene Türen ein. „Mir hat noch keiner erklären können, welchen Zweck die 500 Euro-Note erfüllt.  Im Handel werden sie nicht angenommen“, so von Hauenschild. Auch der oberste EU-Korruptionsermittler spricht sich für die Abschaffung des 500-Euro-Scheins aus. Er frage sich, ob es noch einen Bedarf für so große Banknoten gebe, sagte der Generaldirektor des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (Olaf), Giovanni Kessler, gegenüber Reuters.

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