Musterprozess Etappensieg für klagende Telekom-Aktionäre

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Kein schnelles Ende in Sicht
Das lange Leiden der T-Aktionäre
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Als die Deutschen plötzlich zu Aktionären wurden: Nach einem beispiellosen medialen Tam Tam geht die Deutsche Telekom am 18. November 1996 an die Börse; die T-Aktie ist die neue Volksaktie. Der Einführungspreis beträgt 28,50 D-Mark. Schon am ersten Handelstag springt der Kurs auf über 33 Mark, umgerechnet 17,33 Euro. Der Macher: Der damalige Telekom-Chef Ron Sommer.

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Aller Anfang ist schwer: Vor dem Gang an die Börse setzt niemand auch nur einen Pfifferling auf das Staatsunternehmen. Der Zorn potentieller Anleger entlädt sich an den neuen Telefontarifen, der Telekom-Chef wird zum Buhmann der Nation. Trotz aller Querelen im Umfeld hält Sommer am Börsenfahrplan fest.

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Der Erfolg ist durchschlagend: Die zweite Tranche der T-Aktien geht am 28. Juni 1999 an die Börse. Der Ausgabepreis liegt bei 39,50 Euro - und damit fast dreimal so hoch wie beim ersten Mal.

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Innerhalb der nächsten Monate steigt die Aktie in ungeahnte Höhen. Der absolute Höhepunkt ist am 6. März 2000 erreicht mit - Achtung, Taschentücher bereithalten - 103,50 Euro.

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Im Millenniums-Börsenrausch schubst die Telekom auch ihre Internet-Tochter T-Online aufs Börsenparkett. Sechs Jahre hält das Gastspiel an, dann wird T-Online wieder in den Mutterkonzern eingegliedert. Aktionäre erhalten für 25 T-Online-Aktien 13 Aktien der Telekom. Gewinne haben sie mit T-Online nicht gemacht.

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T-Aktie - Klappe, die dritte: Die dritte Tranche der Telekom-Papiere wird am 19. Juni 2000 an der Börse platziert. Der Ausgabepreis liegt bei 66,50 Euro und ist damit spürbar günstiger als bereits gehandelte Papiere. Frühzeichner zahlen sogar weitere drei Euro weniger. Am ersten Handelstag sinkt der Kurs jedoch auf 65,79 Euro - im Nachhinein ein erstes Alarmzeichen.

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2001 ziehen dunkle Wolken auf: Die Telekom korrigiert den Wert ihrer Grundstücke um insgesamt 2,5 Milliarden Euro nach unten. Anwälte vermuten, dass dieser Umstand dem Konzern bereits vorher bekannt gewesen sein muss. Vor allem Anleger des dritten Börsengangs fühlen sich getäuscht. Eine Klagewelle beginnt. Im selben Jahren erwirbt die Telekom die amerikanischen Mobilfunkunternehmen Voicestream und Powertel für ca. 39,4 Milliarden Euro (inklusive übernommener Schulden). Angesichts der Höhe des Preises, die der Telekom eine zusätzliche Schuldenlast aufbürgt, geht ein Aufschrei durch die Öffentlichkeit.

Von der Klage betroffen sind ausschließlich Papiere aus dem dritten Telekom-Börsengang im Juni 2000. Sie stammten aus dem Bestand der staatlichen Förderbank KfW und wurden mit erheblichem Werbeaufwand zum Frühbucherpreis von 63,50 Euro, regulär 66,50 Euro, unters Volk gebracht.

Der Bund erlöste damals 15,3 Milliarden Euro und bat das Unternehmen wenige Wochen später bei der Versteigerung von UMTS-Lizenzen erneut mit 16 Milliarden Euro zur Kasse. Dies und der stark überteuerte Zukauf des US-Mobilfunkbetreibers Voicestream ließen in der Folge die T-Aktie abstürzen.

Der Höchstkurs von 103,50 Euro aus dem März 2000 wurde in der Folge nie wieder erreicht. Aktuell notiert die T-Aktie um die 15 Euro. Die Kläger fühlten sich getäuscht und klagten auf Schadenersatz für die erlittenen Kursverluste.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte bereits 2014 im damaligen Verkaufsprospekt einen schwerwiegenden Fehler zur US-Beteiligung „Sprint“ entdeckt, die Frage des Verschuldens der Telekom aber erneut den Frankfurter Richtern überlassen. Sämtliche Beteiligten rechnen damit, dass nach dem Frankfurter Prozess erneut der BGH angerufen wird. Erst nach Ende dieses Musterverfahrens kann dann das Landgericht Frankfurt die einzelnen Klagen ausurteilen. Aktienkäufer, die sich nicht den Klagen angeschlossen haben, haben hingegen keine Aussicht auf Entschädigung.

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4 Kommentare zu "Musterprozess: Etappensieg für klagende Telekom-Aktionäre"

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  • Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

  • Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

  • Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

    Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

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