Nach dem Urteil im Wölbern-Prozess
Auch die Staatsanwaltschaft geht in Revision

Achteinhalb Jahre Haft wegen gewerbsmäßiger Untreue in 327 besonders schweren Fällen: So lautet das Urteil gegen Ex-Wölbern-Chef Heinrich Maria Schulte. Gegen die Entscheidung will nicht nur der Verurteilte vorgehen.
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DüsseldorfDas Urteil klang hart. Achteinhalb Jahre Haft wegen gewerbsmäßiger Untreue in 327 besonders schweren Fällen. Gesamtvolumen: 147 Millionen Euro. Doch der Verurteilte Ex-Chef des Fondshauses Wölbern Invest, Heinrich Maria Schulte, trug es am Montag im Hamburger Landgericht mit Fassung.

Glaubt man seinem Verteidiger, war er sogar ein wenig erleichtert. „Er ist davon ausgegangen, dass er im zweistelligen Bereich verurteilt wird. Das ist nicht geschehen. Insofern gibt es einen kleinen Lichtblick“, sagt der Anwalt Wolf Römmig.

Der Staatsanwaltschaft Hamburg ist dieser Lichtblick offenbar zu groß. Sie hatte zwölf Jahre Haft für den früheren Finanzunternehmer gefordert. Und geht nun wie auch Schulte selbst in Revision, bestätigte eine Sprecherin dem Handelsblatt. „Die Begründung für das deutlich mildere Urteil hat uns nicht überzeugt“, sagte sie.

Schultes Verteidiger hatten bereits vor der Urteilsverkündung angekündigt, in Revision zu gehen. Das Gericht habe dem Angeklagten im Prozess keine einzige Frage gestellt, außerdem sei es unmöglich gewesen in der kurzen Zeit alle Dokumente auszuwerten. Richter Peter Rühle wies die Vorwürfe in seiner Urteilsbegründung zurück. Nun landet der Fall wohl beim Bundesgerichtshof.

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