Neue Tan-Verfahren
Online-Banking wird sicherer – und teurer

Chip- und SMS-Tan sollen Online-Banking bald sicherer machen. Doch für diese Sicherheit müssen Kontoinhaber zahlen – und wie viel ist oft nicht direkt zu erkennen.
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Frankfurt Geforderte Transaktionsnummer, kurz Tan, auf einer langen Liste suchen, in die Online-Banking-Maske eintragen, Tan von der Liste streichen: So laufen Transaktionen von Millionen Bankkunden bis heute ab. Zum Jahresende allerdings wird sich dies deutlich verändern. Allein die Sparkassen stellen bis Ende 2011 etwa neun Millionen Konten auf neue, sicherere Verfahren um. Chip- und SMS-Tan ersetzen dann bei allen Genossenschaftsbanken, Sparkassen und der Postbank das herkömmliche Autorisierungsverfahren via iTan-Liste. Kunden anderer Banken können freiwillig wechseln. Doch für so manchen hat die neu gewonnene Sicherheit ihren Preis. Während die alten iTan-Listen von den Banken kostenlos versendet wurden, bitten Geldinstitute Online-Nutzer nun zur Kasse.

Verbraucherverbände kritisieren die Informationspolitik der Banken

Für die Verbraucherschützer ist das inakzeptabel. Christian Pauli, Bankenexperte von der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), kritisiert, dass die zunehmende Nutzung von Online-Banking Personalkosten in den Filialen einspare „und die User dann auch noch selbst für die Sicherheit bezahlen müssen.“ Hierfür seinen eindeutig die Banken zuständig. Auch bei der hessischen Verbraucherzentrale drehen sich Anfragen zur neuen Tan meist um die Kosten. Beraterin Eva Raabe bemängelt, die Homepages vieler Banken seien unübersichtlich, die Kosten für neue Nummern oftmals „versteckt“. Der Kunde „weiß nicht, was auf ihn zukommt.“

Die Kosten unterscheiden sich nicht nur von Bank zu Bank, sondern auch nach Verfahren und sogar nach Kontomodell. Um mit Chip-Tan arbeiten zu können benötigt der Verbraucher einen sogenannten Tan-Generator. Die EC-Karte wird in das einem Taschenrechner ähnliche Plastikkästchen eingeführt. Der Kunde gibt die Überweisungsdaten an und der Generator spuckt einen Zahlencode für diese spezielle Transaktion aus. Ein potenzieller Hacker müsste somit nicht nur den Computer infizieren, sondern auch den Generator. Unter IT-Experten gilt dies momentan als unwahrscheinlich, das System generell als sicher. Je nach Tan-Generator muss der Bankkunde zwischen zehn und fünfzehn Euro zahlen, um sichere Transaktionen im Internet durchzuführen. Einige Volksbanken und Sparkassen stellen den Kunden den Generator kostenlos oder vergünstigt zur Verfügung. Das hängt vom Kontomodell ab. Was viele Verbraucher nicht wissen: Die Endgeräte erkennen die meisten EC-Karten. Damit ist pro Haushalt nur ein Generator nötig.

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SMS-Tan: Kosten variieren je nach Institut

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  • Seit vielen Jahren verändert man das PIN/TAN-Verfahren mit immer kostspieligeren und umständlicheren Zusatzteilen.

    Das geht dann wieder ein "paar Tage" gut, und dann fängt der Mist wieder von vorne an.

    Die Lösung kann doch so einfach, komfortabel und sicher sein. HBCI, dazu ein Programm - abgekoppelt von den dackelhaften Web-Lösungen - und fertig ist der sichere Online-Kunde.

  • Das neue Verfahren ist mit nichten sicherer als das alte TAN-Verfahren, solange man seine TAN-Liste (Stück Papier) nicht publiziert. Im Gegenteil dazu gibt man bem I-TAN per Handy z.B. der POSTBANK bei deren Zwangsumstellung seine Handynummer(n) ins System ein und weiß nicht, was sonst damit passiert und wer sich hier Zugriff verschafft. Ignoranz von Datenschutz und Kundenbedürfnissen hoch 3, sowie reine Kosten- und Risikooptimierung zu Gunsten der Bank. Umstellungsunwillige werden vom Online-Banking ignorant zwangsabgeschaltet. Da gibts nur eins ==> Postgiroumschläge kostenlos auf Vorrat bestellen und einfach die vorgedruckten Überweisungsträger kostenlos einschicken (geht übrigens fast genauso schnell :-) - Ansonsten hilft ein Brief an die Postbank mit dem Antrag eines Beibehaltens des alten TAN-Verfahrens oder der Übernahme der ITAN-Generatorkosten). Kundenfeedback dieser Art hilft immer dann, wenn es in großer Zahl praktiziert wird. Unangenehme Änderungen aktionslos über sich ergehen zu lassen, hilft keinem......

  • Es gibt beim Versand von SMS teilweise erhebliche Zeitverzögerungen. Sollen die Leute 10 Minuten däumchendrehend auf eine dann schon wieder ungültige TAN warten? Ausland? Ausserdem gibt es viele, die gar kein Handy haben oder wollen. So viel zur mTAN.

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