Neues Urteil
Wer Anwalt zu schnell einschaltet, zahlt

Wer in einem Prozess einen Anwalt einschaltet, obwohl es nicht nötig gewesen wäre, muss diese Kosten demnächst selbst tragen. Das hat das Münchner Amtsgericht entschieden.
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MünchenWer zu schnell einen Rechtsanwalt beauftragt, bleibt womöglich auf den Kosten sitzen. Nach einem jetzt veröffentlichten Urteil des Münchner Amtsgerichts muss die Gegenseite nur dann zahlen, wenn die Einschaltung des Anwaltes notwendig war. Das Gericht gab einer Versicherung Recht, die die Anwaltskosten einer Ex-Kundin nicht übernehmen wollte. Die Klägerin war wegen einer zunächst ausbleibenden Zahlung in Höhe von 23.815 Euro bereits nach wenigen Tagen zu einem Anwalt gegangen, ohne zunächst selbst mit der Versicherung Kontakt aufzunehmen. Das Gericht meinte, die sofortige Einschaltung eines Anwalts sei nicht nötig gewesen. Die bloße Nichtzahlung lasse nicht darauf schließen, dass sich das Unternehmen seiner Zahlungspflicht entziehen wollte.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • In der Überschrift verkürzt und unrichtig wiedergegeben. Es handelt sich doch sicherlich um die außergerichtlichen Kosten des Rechtstreits. Die Kosten des Anwalts im gerichtlichen Verfahren trägt selbstverständlich der Unterlegene (Ausnahme sofortiges Anerkenntnis). Alles andere würde z.B. § 91 ZPO widersprechen (Die Kosten des Rechtsstreits hat die unterliegende Partei zu tragen.). Leider gibt es noch nicht mal eine Quellenangabe wie Datum und Aktenzeichen, damit man die angeblich neue Enscheidung in den Gründen nachlesen kann.

    Schalten nach Lesen dieser Überschrift jetzt Geschädigte aus Angst vor der Kostentragung zu spät einen Rechtsanwalt ein? Dann sind sie in der Verhandlung mit professionellen Gegnern wie z.B. Versicherungen sicher der Zweitplazierte.

    Solche -verkürzten- Rechtsinformationen sind nach meiner Meinung eher schädlich als hilfreich.

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