New Capital Invest
Selfmade-Man droht Klagewelle

Die Angst am grauen Kapitalmarkt wächst: Bei zehn Fonds aus dem Imperium von Malte Hartwieg warten Anleger auf ihr Geld. Die Staatsanwaltschaft prüft jetzt einen möglichen Anfangsverdacht.
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Ein hauchdünner Oberlippenbart, ein breites Grinsen: Auf manchen Fotos wirkt der Finanzmakler Malte Hartwieg wie ein Hollywood-Schauspieler. Doch die jüngsten Schlagzeilen sind wenig glamourös. Denn viele Anleger, die in Fonds aus Hartwiegs Imperium investiert haben, fürchten um ihr Geld.

Mit Emissionshäusern wie New Capital Invest, Selfmade Capital, Euro Grundinvest und Panthera hat Hartwieg ein Vermögen eingesammelt. Jetzt klagen Anteilseigner der New Capital Invest- und Selfmade-Fonds über fehlende Auszahlungen. Glaubt man den Anwälten der Anleger, sind mindestens 200 Millionen Euro bedroht.

Hartwieg will sich derzeit nicht äußern. Sein Anwalt Werner Klumpe räumt in einem Schreiben ein, dass bei zehn Fonds die Ausschüttungen stocken. Betroffen seien Emirates 1 bis 7 sowie New Capital Invest 11, 16 und 19.

Jetzt solle „Investitionspromoter“ Christian Kruppa über die Investments berichten, die „entsprechend den prospektierten Vorgaben verwandt“ worden seien. Hartwieg selbst weiß über das Schicksal der Gelder angeblich nichts. Kruppa war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Vorwürfe in der „Welt am Sonntag“, dies sei unglaubwürdig, weist Hartwiegs Anwalt zurück.

Unbestritten ist, dass die Geschichte den grauen Kapitalmarkt einmal mehr in Aufruhr versetzt: „Derzeit arbeiten mehrere Rechtsanwaltskanzleien und mindestens eine Detektei an dem Fall“, sagt etwa Anwalt Rainer Lenzen, der rund 150 Anleger vertritt. Dabei gehe es allein bei diesen Mandanten um geschätzte fünf bis zehn Millionen Euro.

Mehrere Anleger haben bei der Staatsanwaltschaft München Anzeige gegen Malte Hartwieg erstattet. „Wir prüfen derzeit einen möglichen Anfangsverdacht“, sagte ein Sprecher dem „Handelsblatt“. Hartwiegs Anwalt gibt sich kooperationsbereit: Es bestehe die „absolute Bereitschaft“, den Sachverhalt aufzuklären.

Unterdessen hat Hartwieg seinen Fondsvertrieb „Dima24“ überraschend verkauft: Hartwieg ziehe sich vollkommen aus dem Unternehmen zurück, heißt es auf der Firmenhomepage. Dima24 verwaltet nach eigenen Angaben rund 2,3 Milliarden Euro an Anlegergeldern. Der Vertrieb hatte auch die in Schieflage geratenen Fonds verkauft. Anlegeranwälte sahen darin einen möglichen Interessenkonflikt, Hartwiegs Anwalt hatte dies jedoch dementiert. Derartige Verflechtungen seien in der Branche üblich.


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