Ölindustrie und Kinderarbeit
Mogelpackung Nachhaltigkeitsfonds

Möchten Sie in Rüstung, Waffen und Kinderarbeit investieren? Nein? Dann haben Sie vielleicht auch einen nachhaltigen Fonds im Depot. Doch wo „nachhaltig“ drauf steht, ist häufig trotzdem Ausbeutung drin.
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DüsseldorfDas eigene Vermögen soll sich vermehren. Klar, das ist nun mal das Grundprinzip der Geldanlage. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass die Rendite auf Kosten anderer Menschen und der Umwelt erzielt werden muss. Anleger, denen das wichtig ist, greifen gern zu sogenannten ethisch-ökologischen Investmentfonds. Doch was ist eigentlich nachhaltig? Viele Fonds legen diesen Begriff allzu großzügig aus.

Die Verbraucherzentrale Bremen und die Stiftung Warentest haben im Rahmen ihres Projekts Klimafreundliche Geldanlage mehr als 40 ethisch-ökologische Investmentfonds untersucht. Das Ergebnis: Nur ein Aktienfonds meidet bei seinen Investitionen konsequent alle von der VZ Bremen als kontrovers bewerteten Geschäftsfelder.

Von den 44 untersuchten Investmentfonds, die in Unternehmensaktien oder -anleihen investieren, schließen 39 nicht die klimaschädliche Kohle- und Ölindustrie aus. Sieben nachhaltige Investmentfonds garantieren nicht, dass sie kein Geld mit Investitionen in Kriegsgerät wie Panzer oder Waffen verdienen. Und Kinderarbeit lehnen fünf der getesteten Fonds nicht explizit ab.

Das Fazit der Tester: Nachhaltig ist nicht gleich nachhaltig. Generell gebe es bei den untersuchten Fonds große Unterschiede hinsichtlich der Ausschlusskriterien. „Enttäuscht hat uns vor allem, dass bei vielen der Klimaschutz nicht ausreichend berücksichtigt wird“, sagt Ulrike Brendel von der Verbraucherzentrale Bremen.

So würden beispielsweise Ölkonzerne von Fondsmanagern ethisch-ökologischer Investmentfonds noch immer als Investition ausgewählt. Doch immerhin: Firmen, die Waffen wie Antipersonenminen und Streumunition herstellen, sind in keinem der untersuchten Fonds zu finden.

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Anleger müssen sich genau informieren

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