Online-Abstimmung
Die Suche nach dem „gefährlichsten Finanzprodukt“

Welches ist das gefährlichste Finanzprodukt in Europa? Darüber können Verbraucher nun abstimmen, zur Wahl stehen etwa Fremdwährungskredite, Aktienanleihen und Nahrungsmittelfonds. Was hinter der Aktion steckt.
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DüsseldorfEs klingt wie der Titel einer neuen Casting-Show: „Europa sucht das gefährlichste Finanzprodukt“. Wer würde da nicht gleich an „Deutschland sucht den Superstar“ denken? Und genau auf diese Assoziation zielt das Projekt des Grünen-Europaabgeordneten Sven Giegold ab. „Wir wollen neugierig machen und nähern uns auf spielerische Weise einem ernsten Thema“, sagt Giegold.

Er hat einen Wettbewerb ausgerufen, in dem das gefährlichste Finanzprodukt gekürt werden soll. Es geht um Produkte, die intransparent oder unnötig komplex sind, die Risiken verschleiern oder anderen Schaden zufügen. Sechs Wochen lang wurden über die Internetseite des Projekts Nominierungen gesammelt. Insgesamt wurden 150 Vorschläge eingereicht und 50 verschiedene Produkte genannt, so Giegold. Die meisten Einreichungen stammen aus Deutschland und Großbritannien.

Eine Jury aus Finanzexperten hat die Vorschläge bewertet und acht Produkte in die nächste Runde gewählt. Dort treten sie nun in zwei Kategorien an: „Produkte, die Verbraucher oder Investorinnen schädigen“ – beispielsweise Kreditkarten mit überhöhten Zinsen oder Aktienanleihen – und „Produkte, die Umwelt, die Armen oder Dritte schädigen“, wie etwa ein Nahrungsmittelfonds und ein Uranabbau-Zertifikat.

Noch bis zum 14. März kann jeder online über die Produkte abstimmen. Dem Gewinner droht ein besonderer Preis: Giegold will auf ein Verbot des gefährlichsten Finanzproduktes durch die europäischen Finanzaufsichtsbehörden hinwirken. Dem auserkorenen Produkt könnte die Ehre zuteil werden, das Erste zu sein, das von den Finanzaufsichtsbehörden der EU verboten wird. „Bisher konnten die Aufseher von diesem Recht nur schwer Gebrauch machen“, sagt Giegold. Das könne sich ändern, wenn in den nächsten Monaten die verschärfte EU-Marktrichtlinie „MifID“ beschlossen werde.

Risiko sei bei der Geldanlage nicht generell schlecht, sagt Giegold, der auch als Globalisierungskritiker bekannt ist und die Attac-Deutschland mitbegründet hat. „Doch es kommt darauf an, dass Risiken für den Anleger transparent sind, fair vergütet werden und nicht letztlich von Dritten getragen werden müssen.“ Neben der Abstimmung bietet die Internetseite seines Projekts auch die Möglichkeit, über die Finanzprodukte zu diskutieren.

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Die Suche nach dem „gefährlichsten Finanzprodukt“

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„Es gibt viele Anbieter, die täuschen, abzocken oder übervorteilen“

Kommentare zu " Online-Abstimmung: Die Suche nach dem „gefährlichsten Finanzprodukt“"

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  • In der 2.Kategorie würde ich für Photovoltaikfonds stimmen, wenn sie nominiert wären. Denn diese Finanzprodukte führen direkt zur Erhöhung der EEG-Umlage und damit zur Umverteilung von unten (alle Stromverbraucher) nach oben (Investoren).

  • Alles was an der Börse an Papierwerten gehandelt wird, einschließlich Lebensversicherungen, Bausparverträge, Riesterprodukte etc.. Bloß die Hände weg lassen von diesem Mist. Immobilien in Ballungszentren u. Großstädten sind preislich durch die Niedrigzinspolitik auch längst in die Blase gelaufen. Spätestens nach den Wahlen im September wird es eine Enteignungswelle heftigsten Ausmaßes hier in Deutschland geben, denn keine neue Regierung kann für stabile Verhältnisse sorgen.

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=yuQQOAgZhXQ

  • eindeutig dieses hier ...

    http://www.handelsblatt.com/panorama/aus-aller-welt/opfergaben-in-vietnam-brennendes-geld-fuers-jenseits/5935198.html

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