Online-Vergleichsportale
„Zu wenig Nutzen für Verbraucher“

Verbraucherzentralen haben die Angebote von Internet-Vergleichsportalen unter die Lupe genommen und sind zu einem vernichtenden Urteil gekommen. Oft sind Kunden besser dran, wenn sie beim Anbieter direkt buchen.

FrankfurtSie haben gerade auf einem Vergleichsportal im Internet den nächsten Urlaub gebucht und sehen sich schon fröhlich um den Pool tanzen, weil sie so ein tolles Schnäppchen gemacht haben? Da hat die Verbraucherzentrale eine schlechte Nachricht für Sie: Online-Portale halten nicht, was sie versprechen. „Der Nutzen von Online-Buchungs- und Vergleichsportalen ist für Verbraucher sehr eingeschränkt“, sagt Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern.
Der Grund: Portale zeigen häufig nicht den günstigsten Preis – beim Anbieter direkt kann man oft das bessere Schnäppchen machen. Allein zur Suche des günstigsten Preises seien Buchungs- und Vergleichsportale offenbar nicht geeignet und bieten nicht die nötige Transparenz, heißt es bei den Verbraucherschützern. „Im Gegenteil: Sie bringen noch mehr Dunkel in die ohnehin undurchsichtigen Märkte im Energie-, Telekommunikations- und Flugreisebereich“.

Zwischen den Portalen gebe es so große Preisunterschiede, oftmals seien günstigere Preise direkt auf den Seiten der Anbieter zu finden und die Preise steigen im Verlauf des Buchungsvorganges. „Alles in allem zeigt sich, dass Verbraucher einiges an Zeit und Muße aufbringen müssen, um sich im Portal-Tarife-Dschungel zurechtzufinden, und um einen Vorteil aus der Nutzung der Portale ziehen zu können. Und selbst dann hält sich dieser deutlich in Grenzen“. Zu diesem Urteil kommt die Verbraucherschützerin nach einer gemeinsame Untersuchung der Verbraucherzentralen Bayern, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Projekts Marktwächter Digitale Welt. Ende Mai bis Mitte September vergangenen Jahres haben die Verbraucherschützer Preise für Stromtarife, Telefontarife und Flugreisen auf den größten und beliebtesten Vergleichsportalen und denen der Anbieter verglichen.

Dabei stellten die Verbraucherschützer zum Teil starke Preisschwankungen zwischen einzelnen Portalen fest – und unterschiedliche Portale gehörten außerdem oft zum gleichen Unternehmen. „Die Auswahl ist dadurch für Verbraucher geringer, als es den Anschein hat“, schlussfolgert Halm.

Gerade der TV-Konzern ProSiebenSat1 ist zu einer wahren Größen im Markt der Vergleichsportale aufgestiegen: Die Portale billiger-telefonieren, billigstrom.de, energievergleich.de, toptarif.de und verivox.de gehören zu einhundert Prozent der Verivox Holding GmbH, an der die TV-Gruppe aus Unterföhring vergangenen Sommer 80 Prozent übernahm. Die SevenVentures GmbH, die eine Mehrheitsbeteiligung an der Preis24.de GmbH hält, ist die 100-Prozentige Beteiligungstochter der ProSiebenSat1 Media AG. Und darüber hinaus unterhält das Portal chip.de im Telekommunikationsmarkt eine Kooperation mit der Verivox Holding GmbH. Ein Firmengeflecht, das dem Verbraucher nicht bewusst ist – und die Verbraucherschützer misstrauisch macht: „Identische Preise auf Buchungs-und Vergleichsportalen lassen sich dementsprechend auch durch Unternehmenszugehörigkeiten oder Kooperationen erklären“, schlussfolgern sie. Im Bereich Energie nicht anders: Führt man den Vergleich der Gas- und Stromtarife auf den zehn bekanntesten und beliebtesten Portalen durch, so erhält man de facto nur sieben unternehmerisch voneinander unabhängige Auskünfte, erklärten die Verbraucherschützer.

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Oft bestimmt die Zahlungsmethode den Preis

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