Plagiate
Markenanwalt kämpft gegen Trittbrettfahrer

Echt oder kopiert? Diese Frage beschäftigt Ralf Hackbarth täglich. Der Anwalt kämpft gegen Plagiate und sorgt so dafür, dass sich Innovationen rechnen. Genug zu tun gibt es: Nach Statistiken der Europäischen Kommission hat der Zoll im vergangenen Jahr 178 Millionen Produkte beschlagnahmt, die gewerbliche Schutzrechte verletzen.
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Darf ein Auto wie ein BMW X5 aussehen, wenn es aus China kommt, bei einer Firma namens Shuanghuan hergestellt wird und CEO heißt? Ist ein Bier "Oktoberfestbier", weil das auf dem Etikett steht - obwohl es in Braunschweig gebraut wird?

Die Antwort, die Ralf Hackbarth gibt, ist eindeutig: Nein. Der Anwalt residiert mit zwölf Kollegen in einer herrschaftlichen Villa im noblen Münchener Stadtteil Bogenhausen; von hier betreuen die neun Partner und vier angestellten Juristen der Kanzlei Klaka Mandanten, deren Produkte es mindestens zweimal gibt - als Original und als Kopie.

Gegen Raubkopien kämpfen Firmen aus den unterschiedlichsten Branchen, und nicht nur in Deutschland. Nach Statistiken der Europäischen Kommission hat der Zoll im vergangenen Jahr 178 Millionen Produkte beschlagnahmt, die gewerbliche Schutzrechte verletzt haben - doppelt so viele wie 2007. Rund 20 Millionen waren potenziell gefährlich für die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher.

Für Hackbarth bedeuten solche Meldungen, dass ihm die Arbeit in diesem Leben wohl nicht ausgehen wird. Nach München verschlug es den gebürtigen Hamburger 1996. Rainer Klaka war auf die fachlichen Qualitäten Hackbarths aufmerksam geworden. Und weil die Kanzlei Klaka weit über München hinaus im Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes einen herausragenden Ruf genoss, folgte Hackbarth ihm nach Bayern. Den Grundstein für diesen Karrieresprung hatte Hackbarth einige Jahre zuvor in Konstanz gelegt, als wissenschaftlicher Mitarbeiter für den Markenpapst Karl-Heinz Fezer, bei dem er 1993 zu den "Grundfragen des Benutzungszwangs im Gemeinschaftsmarkenrecht" promovierte.

Dass der Preuße Hackbarth in Bayern problemlos Fuß fassen konnte, lag auch an einem Mandanten, der seit Jahrzehnten mit der Münchener Kanzlei verbunden ist: den Bayerischen Motoren-Werken, kurz BMW. Die Betreuung des Autoherstellers hatte er von dem 2001 verstorbenen Rainer Klaka übernommen; inzwischen berät Hackbarth BMW in Marken- und Designfragen seit zehn Jahren.

Das zeigt, dass man bei BMW mit den Diensten des Markenspezialisten hochzufrieden ist - was Syndikusanwalt Jochen Volkmer, Leiter der Marken- und Designabteilung des Autoherstellers, bestätigt: "Herr Hackbarth ist außerordentlich kompetent, verlässlich und schnell. Er genießt einen sehr guten Ruf am hiesigen Landgericht - und er bearbeitet die Fälle selbst." Während nämlich Partner in Großkanzleien die Detailarbeit oft an angestellte Advokaten delegieren, stehen die Gesellschafter von Boutiquen wie Klaka meist persönlich allen Mandanten zur Verfügung. Das schafft Vertrauen. Dass dies im gewerblichen Rechtsschutz gut funktioniert, hat allerdings auch mit den relativ hohen Streitwerten zu tun, die Basis für die Berechnung des Anwaltssalärs sind - zumindest bei gerichtlichen Auseinandersetzungen.

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  • Eigentlich ist es mehr als lustig, dass sich die ach so großen brauerein von einer kleiner bierbube aus braunschweig so derartig bedroht fühlen, oder nicht? Das bier gab es mehere Jahre, der Absatz war regional durschnittlich und dennoch packt die bayern die Angst. irgendwie toll und man kann über Wolters sagen, was man will, es wurde kurzerhand in "Wiesenschreck" umbenannt und Dank der Münchner Klage war es diesen Herbst erfolgreicher als je zuvor. Prost ;)

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