Prokon: Regierung lädt zur Krisenrunde

Prokon
Regierung lädt zur Krisenrunde

Wie lassen sich möglichst viele Jobs bei Prokon retten? Eine Krisenrunde bei dem Windanlagen-Finanzierer soll am Freitag darüber beraten. Die Bundesregierung will Kleinanleger künftig besser schützen.
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ItzehoeDie Schieflage des Windanlagen-Finanzierers Prokon beschäftigt am Freitag eine Krisenrunde mit Vertretern aus Politik, Gewerkschaften und Insolvenzverwaltung. Zwei Tage nach dem Insolvenzantrag treffen sich am Hauptsitz der Firma im schleswig-holsteinischen Itzehoe Landes-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD), der vorläufige Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin sowie Itzehoes Bürgermeister Andreas Koeppen und der Landrat des Kreises Steinburg, Torsten Wendt. Sie wollen gemeinsam über die Zukunft des angeschlagenen Unternehmens beraten.

Vertreter der Bundesagentur für Arbeit, des Deutschen Gewerkschaftsbundes und von zwei Wirtschaftsförderungsgesellschaften sind ebenfalls dabei. In Itzehoe arbeiten gut 300 Menschen für Prokon. Betroffen von dem Insolvenzantrag sind 480 Mitarbeiter der Prokon Regenerative Energien GmbH. Sie erhalten vorübergehend Insolvenzgeld. Insgesamt beschäftigt der zahlungsunfähige Windanlagen-Finanzierer rund 1300 Menschen.

Penzlin stellt sich bei Prokon auf ein komplexes und längeres Verfahren ein. Für eine Bewertung der Lage und einen Ausblick zur Zukunft des Unternehmens sei es noch zu früh, sagte er am Donnerstag.

Zur Finanzierung von Windkraftanlagen hatte Prokon bewusst auf Kredite von Banken verzichtet. Das Unternehmen holte sich das Geld von Kleinanlegern und gab dazu sogenannte Genussrechte aus. Das sind kurzfristig kündbare Anlagen mit entsprechendem Ausfallrisiko. Nachdem Prokon wegen Kapitalkündigungen in eine Liquiditätsklemme geraten war, hatte die Firma am Mittwoch Insolvenz angemeldet.

Kommentare zu " Prokon: Regierung lädt zur Krisenrunde"

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  • Neben den Verbraucherschützern sind es leider doch die Anleger, wie unsere öffentlich-rechtliche "Aufklärungs"maschinerie propagiert.
    Belegt wird dies mit folgendem Link zur Tagesschau: http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1367842.html

    Schade, dass die Aussage des Anlegers unkommentiert bleibt.

    Inzwischen gibt es ja erste Forderungen zum Verbot risikobehafteter Anlagen.
    -> Was genau ist denn bitte risikobehaftet? Und was ist risikolos? Staatsanleihen? Und wer legt das fest?

    Eine sukzessive Entmündigung ist das.

  • Interessanterweise jammern hier nicht Prokon-Anleger. Es sind Verbraucher"Schützer", die sich hier in Stellung bringen.
    Viel interessanter wäre eine Stellungnahme einer Prokon-Anlgervereinigung ob die denn der Meinung sind, man hätte sie schützen müssen. Unter Umständen waren sich die meisten ja ihres Risikos bewusst.
    Zumal noch gar nicht klar ist, wer hier wieviel Geld verloren hat, oder ob überhaupt jemand Geld verlieren wird. Bis jetzt sind alles Vermutungen.

  • Wovor bitte sollen wir Kleinanleger geschützt werden? Ich würde sagen: Vor Falschberatung und Betrug, aber vor allen Dingen vor uns selbst.

    Es tut mir wirklich leid für die meisten Prokon-Anleger. Kein Verständnis habe ich für diejenigen, die jetzt jammern und behaupten, das sei nicht absehbar gewesen. Noch weniger für Politiker, die sich dafür nun stark machen wollen.
    Eine versprochene Rendite von 8% kommt nicht von ungefähr. Vor allem, wenn es sich dabei um nachrangige Papiere handelt.

    Selbst wer den Zusammenhang von Risiko und Rendite nicht verstanden hat, dem bleibt ja immer noch die Möglichkeit einfach mal zu recherchieren. Bei einer sehr bekannten Suchmaschine finde ich auf Anhieb unter "Prokon Genussrechte 8%" mehrere Warnhinweise auf einschlägigen Seiten.

    Niemand hat etwas zu verschenken. Auch nicht die Branche alternativer Engergieerzeuger.

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