Rauer Umgangston kein Mobbing
Gute Nachricht für unhöfliche Chefs

Eine Mitarbeiterin einer Versicherung hat nach Krankheit die Rückkehr zur Arbeit verweigert, da sie dort gemobbt werde. Vor Gericht konnte sie aber nur Kritik an ihrer Leistung und einen „rauen Umgangston“ nachweisen.
  • 3

FrankfurtBloße Unhöflichkeiten von Vorgesetzten oder ein harscher Tonfall sind noch kein „Mobbing“ und deshalb kein Grund, die Arbeit niederzulegen. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt hervor. Damit wurde zugleich die fristlose Kündigung für eine Managerin wegen „beharrlicher Arbeitsverweigerung“ für zulässig erklärt (Az.: 7 BV 162/12).

Die bei einem Versicherungsunternehmen tätige Frau war mit mehreren Vorgesetzten immer wieder wegen Differenzen bei der Arbeit aneinandergeraten. Schließlich war sie krankgeschrieben. Als sie von den Ärzten wieder als arbeitsfähig eingestuft wurde, weigerte sie sich trotz mehrerer Aufforderungen, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren. Wegen der Umgangsformen der Vorgesetzten müsse sie damit rechnen, wieder krank zu werden, hatte sie argumentiert. Sie werde in der Firma systematisch ausgegrenzt, also „gemobbt“.

Laut Urteil konnte die Frau allerdings nur einen rauen Umgangston der Vorgesetzten und häufige Kritik an ihrer Arbeitsleistung sowie eine hohe Arbeitsbelastung nachweisen. „Mobbing“ liege allerdings erst dann vor, „wenn unerwünschte Verhaltensweisen bewirken, dass die Würde des Arbeitnehmers verletzt“ werde, heißt es im Urteil.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rauer Umgangston kein Mobbing: Gute Nachricht für unhöfliche Chefs"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Na, erstaunlich das Aktenzeichen ("BV"), dann müsste es sich ja um die Kündigung eines Betriebsratsmitglieds handeln:

    http://blog.beck.de/2012/08/28/ein-urteil-im-beschlussverfahren-von-der-qualitaet-juristischer-berichterstattung

  • Natürlich ist ein rauer Umgangston kein Mobbing.

    Alle Vollidioten verhalten sich so.

  • Schlechte Nachricht für unhöfliche Chefs: Man kann denen immer noch in die Fresse hauen! Wenn es nämlich schon so weit ist, dann ist das Arbeitsverhältnis sowieso egal. Und bei der heutigen Streicheljustiz braucht niemand vor Strafe Angst haben. Sonst würden sich ja auch "Chefs" besser verhalten!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%