Rechtsstreit: HRE-Aktionäre bekommen keine höhere Abfindung

Rechtsstreit
HRE-Aktionäre bekommen keine höhere Abfindung

Jahrelang investierten sie Kraft und Zeit, doch nun endet der Kampf: Die ehemaligen Aktionäre der Hypo Real Estate haben keinen Anspruch auf weitere Entschädigung seit ihrer Quasi-Enteignung bei der Bankenrettung 2009.
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MünchenDie früheren Aktionäre der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate erhalten vom Bund keinen finanziellen Nachschlag für ihre Anteile. Das Landgericht München wies eine Klage von rund 270 ehemaligen Anlegern gegen die Höhe der Abfindung bei der Zwangsverstaatlichung des Konzerns am Freitag zurück. Die Summe von 1,30 Euro je Aktie sei sachgerecht gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Helmut Krenek. Ein ehemaliger Aktionär brach nach der Verkündung der Entscheidung in Tränen aus und musste vom Justizpersonal beruhigt werden. Rechtsanwältin Daniela Bergdolt kündigte an, eine Beschwerde vor dem Oberlandesgericht zu prüfen.

Der Bund hatte die HRE nach Milliardenverlusten im Jahr 2008 vor der Pleite gerettet und ein Jahr später gegen den Willen der ehemaligen Anleger verstaatlicht. Dagegen zogen zahlreiche Anleger vor Gericht. Prominentester Kläger in dem Verfahren war der US-Investor Christopher Flowers, der sich als Großaktionär der HRE vehement gegen die Vorgehensweise des Staates gewehrt hatte und mit seinen Aktien rund eine Milliarde Euro verlor.

Richter Krenek sah nach der stundenlangen Befragung eines Gutachters im dem Prozess aber keine Hinweise darauf, dass die Höhe der Entschädigung angesichts der Lage der HRE zu niedrig angesetzt war. Dass der Börsenkurs der Aktie vor der Verstaatlichung höher als 1,30 Euro lag, sei für die Höhe der Abfindung nicht relevant gewesen. Entscheidend für die Berechnung sei vielmehr der durchschnittliche Börsenkurs in den drei Monaten vor der Bekanntgabe des Zwangsauschlusses der Kleinanleger (Squeeze Out) gewesen.

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  • Ich frage mich immer noch, welcher politkerfreund so viel geld bei der Bank gebunkert hatte, das die "Systemtrelevant" wurde.
    Und für welches System die relevant war...

    Man hätte viel Geld sparen können, indem die einfach pleite ging...

  • 1€30 pro Aktie waren viel zu viel für eine Pleitebank. Da hat der Staat zu früh eingegriffen, zu viel öffentliches Geld verschwendet, und auch noch einen Rechtsstreit provoziert.

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