Rentner Friedhelm Adolfs: Raucher-Prozess wird neu aufgerollt

Rentner Friedhelm Adolfs
Raucher-Prozess wird neu aufgerollt

Der Prozess um die fristlose Wohnungskündigung des Düsseldorfer Rauchers Friedhelm Adolfs muss neu aufgerollt werden. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Der Rentner darf nun vorerst in seiner Wohnung bleiben.
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KarlsruheDer Düsseldorfer Raucher Friedhelm Adolfs hat vor dem Bundesgerichtshof einen Etappensieg erzielt. Er kann erst einmal in seiner Wohnung bleiben. Der Prozess um die fristlose Kündigung seiner Wohnung wegen vermeintlicher Rauchbelästigung im Flur muss neu aufgerollt werden. Die Vorinstanz habe Rechtsfehler gemacht, so das Gericht am Mittwoch.

Die Richter hoben das Urteil des Düsseldorfer Landgerichts auf und wiesen den Fall zur neuen Verhandlung dorthin zurück. Die Vorsitzende BGH-Richterin regte an, den Rechtsstreit ohne weiteren Prozess zu beenden. „Ich bin froh, dass ich in meiner Wohnung bleiben darf“, sagte Adolfs nach der Urteilsverkündung in Karlsruhe. Er bezeichnete das Urteil als Teilerfolg.

Das Landgericht habe den Fall nicht umfassend aufgeklärt, bemängelte der BGH. Es sei ein Rätsel, wie das Landgericht ohne Ortstermin, weitere Zeugen etwa aus dem Haus oder einer Schadstoffmessung zu dem Ergebnis habe kommen können, dass die fristlose Kündigung gerechtfertigt sei.

Die Vorsitzende BGH-Richterin Karin Milger richtete außerdem einen „vorsichtigen Appell“ an die Beteiligten: Sie sollten sich überlegen, ob der Rechtsstreit ohne einen weiteren Prozess beendet werden könne. Man müsse schließlich „die Kirche auch im Dorf lassen“.

„Ich vermute, dass die Kündigung am Ende zurückgenommen werden muss“, sagte Michaelo Damerow vom Düsseldorfer Mieterverein. Seiner Ansicht nach stehen Raucher nicht zuletzt auch durch den Fall Adolfs immer stärker in der Kritik.

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„Rauchen ist und bleibt in der Wohnung erlaubt“

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