Restrukturierung
Prokon will Insolvenz vermeiden

Die Geschäftsführung von Prokon ist überzeugt, dass der Windanlagen-Finanzier nicht auf ein Insolvenzverfahren angewiesen ist. Sie habe begonnen, ein Konzept für die Restrukturierung zu erarbeiten.
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ItzehoeDer Windanlagen-Finanzier Prokon will die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vermeiden und sich eine neue Struktur geben. Die Geschäftsführung sei überzeugt, dass kein Insolvenzverfahren eröffnet werden müsse, heißt es in einem Schreiben von Geschäftsführer Carsten Rodbertus und dem vorläufigen Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin an die Anleger, das auf der Internet-Seite des Unternehmens veröffentlicht wurde.

Für diesen Fall habe die Geschäftsführung begonnen, ein Konzept für die Restrukturierung von Prokon zu erarbeiten. Dazu könne eine Änderung der Genussrechtsbedingungen oder die Änderung der Rechtsform in eine Genossenschaft oder Aktiengesellschaft gehören.

Der Öko-Strom-Anbieter hatte in der vergangenen Woche Insolvenz angemeldet. Das Gericht hat einen sogenannten Zustimmungsvorbehalt angeordnet. Der geschäftsführende Gesellschafter Carsten Rodbertus kann nun nicht mehr frei über die Geschäfte verfügen, sondern braucht die Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters Penzlin. Dieser teilte mit: „Der Geschäftsbetrieb der Prokon wird im Insolvenzeröffnungsverfahren in vollem Umfang fortgeführt.“ Lieferanten und Kunden stünden die bisherigen Ansprechpartner bei Prokon weiterhin zur Verfügung.

Wie ernst die Lage bei Prokon ist, wurde klar, als das Unternehmen am 10. Januar einen Brief an die Inhaber seiner Genussrechte verfasste. Darin wurden die Anleger aufgerufen, Farbe zu bekennen: Halten sie an ihren Genussrechten fest oder kündigen sie und nehmen die Insolvenz des Unternehmens in Kauf? Bis zum 20. Januar sollten sie antworten.

Mehr als 52.000 der 75.000 Genussrechteinhaber haben das bis Mittwoch, 9 Uhr, auch getan, knapp 45.000 wollten Prokon die Treue halten. Deren investiertes Vermögen entspricht aber nur etwa 830 Millionen Euro. Um das Unternehmen vor der Insolvenz zu retten, wäre Prokon zufolge eine Zusage für 95 Prozent der insgesamt 1,4 Milliarden Euro notwendig gewesen.

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Prokon will Insolvenz vermeiden

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Experten rechnen mit einem komplizierten Verfahren

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  • Prokon ist ja nicht in die Schlagzeilen geraten, weil die Genussrechtinhaber unzufrieden sind, sondern die Verbraucher- Zentrale Hamburg eine Unterlassungserklärung in 2013 gerichtlich durchsetzen konn-te. Hierdurch dürfte der Konzern in die finanzielle Schieflage geraten sein. Und im Januar 2014 schob der Bundesverband der Verbraucherzentralen eine weitere Unterlassung gerichtlich an. Prokon solle es unterlassen Genussrecht- Inhaber unter Druck zu setzen. Dieses Begehren hat das Landgericht Itze-hoe zurück gewiesen, mit der Begründung, es sei Pflicht der Antragsgegner ( Prokon ) auf die beson-dere Gefahrensituation bei Kündigung der Genussrechte hinzuweisen. Wessen Interessen vertreten die Verbraucher- Zentralen ? Es wird billigend in Kauf genommen, dass am Standort Itzehoe 300 Arbeits-plätze in Gefahr sind und weitere Tausend Arbeitsplätze in Norddeutschland. Dabei setzt der Konzern auf die Herstellung von Windräder zur Stromerzeugung, deren Installation und die Betreibung. Mit Pro-kon –Windparks können über 300- tausend Haushalte rund um Uhr mit Strom versorgt werden. Über den Ökostromverkauf fließen täglich mehr als 250-tausend Euro vor Steuern und Abgaben dem Kon-zern zu. Ab Januar 2014 will Prokon selbst Strom vermarkten und baut einen Kundenstamm auf. Mit einem Strompreis von 24,9 ct/ kWh und 6,00 Euro Grundgebühr monatlich ist Prokon der preiswerteste Stromanbieter deutschlandweit. Das ist doch verbraucherfreundlich, oder ? Wenn die Energiewende gelingen soll, braucht Deutschland Firmen wie Prokon ! Auch brauchen die Anleger keine Gängelung durch die Bundesregierung. Genussrecht- Inhaber und solche, die es noch werden wollen sind alt ge-nug für sich selbst zu entscheiden.

  • Prokon ist ja nicht in die Schlagzeilen geraten, weil die Genussrechtinhaber unzufrieden sind, sondern die Verbraucher- Zentrale Hamburg eine Unterlassungserklärung in 2013 gerichtlich durchsetzen konnte. Hierdurch dürfte der Konzern in die finanzielle Schieflage geraten sein. Und im Januar 2014 schob der Bundesverband der Verbraucherzentralen eine weitere Unterlassung gerichtlich an. Prokon solle es unterlassen Genussrecht- Inhaber unter Druck zu setzen. Dieses Begehren hat das Landgericht Itze-hoe zurück gewiesen, mit der Begründung, es sei Pflicht der Antragsgegner ( Prokon ) auf die besondere Gefahrensituation bei Kündigung der Genussrechte hinzuweisen. Wessen Interessen vertreten die Verbraucher- Zentralen ? Es wird billigend in Kauf genommen, dass am Standort Itzehoe 300 Arbeitsplätze in Gefahr sind und weitere Tausend Arbeitsplätze in Norddeutschland. Dabei setzt der Konzern auf die Herstellung von Windräder zur Stromerzeugung, deren Installation und die Betreibung. Mit Pro-kon –Windparks können über 300- tausend Haushalte rund um Uhr mit Strom versorgt werden. Über den Ökostromverkauf fließen täglich mehr als 250-tausend Euro vor Steuern und Abgaben dem Kon-zern zu. Ab Januar 2014 will Prokon selbst Strom vermarkten und baut einen Kundenstamm auf. Mit einem Strompreis von 24,9 ct/ kWh und 6,00 Euro Grundgebühr monatlich ist Prokon der preiswerteste Stromanbieter deutschlandweit. Das ist doch verbraucherfreundlich, oder ? Wenn die Energiewende gelingen soll, braucht Deutschland Firmen wie Prokon ! Auch brauchen die Anleger keine Gängelung durch die Bundesregierung. Genussrecht- Inhaber und solche, die es noch werden wollen sind alt genug für sich selbst zu entscheiden.

  • Werter Volker Lange HH, Sie geben Ihren angeblichen Sachverstand aber auch in fast jedem Forum zum Besten. Ich hoffe das die Leser in den Foren merken, dass Sie hier vermutlich nur eigene Interessen vertreten. Gehören Sie evtl. zu den Profischreiberlingen die für den geistigen Müll den Sie produzieren auch noch bezahlt werden? Ich gehöre zu den dummen und einfältigen Genussrechtsinhabern die wenigstens noch einen gesunden Menschenverstand haben und sich nicht von angeblich sachlicher Kritik und Besserwisserei beeinflussen lassen.
    Ein kluger Mensch hat einmal gesagt: "traue keiner Bilanz die du nicht selbst gefälscht hast". In allen Bereichen der Wirtschaft wird getrickst und manchmal am Rande der Legalität gearbeitet, nur wird das nicht wie im Fall Prokon in der Öffentlichkeit breitgetreten aus Gründen der eigenen Interressen.

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