Rücktritt von der Pauschalreise
So verkaufen Sie Ihre Urlaubsreise weiter

Eine gebuchte Reise abzusagen, ist immer unangenehm. Für die Kunden fallen oft hohe Stornokosten an. Hilfe versprechen Vermittler, die Käufer für den Reisevertrag suchen. Sie stoßen jedoch an Grenzen.
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BerlinSchnell kann es geschehen. Eine Trennung vom Partner, ein Notfall in der Familie, oder man hat es sich einfach doch noch anders überlegt: Eine gebuchte Reise kann nicht angetreten werden. Zu Beginn der Hauptreisezeit häufen sich diese Fälle. Ein Ärgernis sind dabei aus Sicht der verhinderten Urlauber die teils enormen Stornokosten. Die können Wochen vor dem Reiseantritt schon 30 Prozent des Reisepreises betragen und erhöhen sich schrittweise bis zum Reiseantritt auf 95 oder gar 100 Prozent.

Internetportale wie Stornopool.de oder Jumpflight.de sehen darin ihre Chance. Sie vermitteln stornogefährdete Pauschalreisen oder Flüge weiter - gegen eine Provision bei Erfolg (bei Stornopool) oder gegen eine Gebühr für ein Inserat (bei Jumpflight). Denn nicht jeder Reisekunde hat eine Versicherung, und selbst die springt auch nur bei bestimmten Gründen für den Reiserücktritt ein – etwa bei einem Unfall, einer schweren Erkrankung des Versicherten oder dem Tod eines Angehörigen.

Es bleibt dann nur die Möglichkeit, die Reise weiterzuverkaufen. „Bis zum Reisebeginn kann der Reisende verlangen, dass statt seiner ein Dritter in die Rechte und Pflichten aus dem Reisevertrag eintritt“, heißt es dazu im Gesetz.

Das Potenzial für diesen Zweitmarkt ist groß. Im vergangenen Jahr wurden fast 30 Millionen Reisen in einem Reisebüro oder direkt beim Veranstalter gebucht, so die jüngste Analyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR). Offizielle Branchenangaben zur Stornoquote gibt es dabei nicht. Die Firma Stornopool geht davon aus, dass zehn bis zwölf Prozent aller gebuchten Reisen storniert werden.

Meistens erweist es sich als schwierig, Ersatzreisende zu finden. Denn nicht nur das Ziel muss passen, sondern auch die Reisezeit und die Zahl der Gäste. „Doch es gibt zu viele, die sich in ihr Schicksal ergeben“, sagt Stornopool-Inhaber Volker Bornhauser. Sie akzeptierten einfach die Stornogebühren, weil sie von ihrem Recht auf Weiterverkauf nichts wüssten oder sich von komplizierten Geschäftsbedingungen abschrecken ließen.

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