Schärfere Regeln
Neue Regeln für Grauen Kapitalmarkt

Der undurchsichtige „Grauen Kapitalmarkt“ ist ab sofort stärker reguliert. Es muss einen geprüften Prospekt geben und eine verständliche Kurzinformation. Auch die Verjährungsfrist wurde verlängert.
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BerlinAnleger sind künftig besser vor unseriösen Angeboten auf dem sogenannten Grauen Kapitalmarkt geschützt. Mit dem heute in Kraft getretenen Vermögensanlagegesetz werden die Rechte der Verbraucher gegenüber Anbietern sogenannter Graumarktprodukte erheblich gestärkt, teilte das Bundesfinanzministerium mit.

Anleger können einen von der Finanzaufsicht BaFin geprüften Verkaufsprospekt verlangen. Dieser müsse alle Angaben enthalten, die für eine Beurteilung des Anbieters und dessen Zuverlässigkeit sowie eine Bewertung der Vermögensanlage erforderlich sind. Anbieter müssten zudem einen „Beipackzettel“ vorlegen, der kompakt und verständlich Chancen und Risiken einer Anlage erläutert.

Ferner wird durch das Gesetz die Verjährungsfrist bei der Prospekthaftung verlängert. Bislang konnten Haftungsansprüche wegen fehlerhafter oder fehlender Prospekte eines Anlegers bereits nach einem Jahr verjähren. Künftig gilt eine einheitliche Verjährungsfrist von drei Jahren. Außerdem werden die Voraussetzungen für eine Haftung für fehlerhafte oder fehlende Verkaufsprospekte erleichtert.

Die im selben Gesetz verschärften Regeln für die etwa 80.000 Vermittler solcher Geldanlagen treten am 1. Januar 2013 in Kraft. Diese müssen künftig unter anderem eine Prüfung ablegen sowie eine Berufshaftpflicht-Versicherung nachweisen. Auf dem Grauen Kapitalmarkt - einem provisionsgetriebenen Sektor der freien Vermittler - entstehen Schätzungen zufolge jährliche Schäden von bis zu 30 Milliarden Euro durch unseriöse Angebote. Er ist bislang im Allgemeinen gar nicht oder kaum reglementiert gewesen. Im Gegensatz zu Börsen ist er auch nicht organisiert. Die Produktpalette ist vielfältig und reicht von Beteiligungen an Immobilien über diverse Steuersparmodelle und Warenterminhandel bis hin zur berühmt-berüchtigten Nigeria-Connection.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Auch die dreijährige Verjährungsfrist greift zu kurz.
    Bis Ende 2001 konnten Anleger im Fall einer Falschberatung über einen Zeitraum von 30 (!) Jahren Ansprüche geltend machen. Heute beträgt die Maximalfrist 10 Jahre (§ 199 III 1 BGB). Gerade bei langfristig ausgerichteten Kapitalanlagen zum Beispiel für die Altersvorsorge ist diese Frist zu kurz, hält man sich vor Augen, dass die "normale" Lebensversicherung erst nach 12 Jahren fällig wird.

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