Scheidungsstudie Romantik wird teuer

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Ehevertrag ist günstiger als Scheidungsstreit

Bei der Gütertrennung findet ein solcher Ausgleich am Ende der Ehe nicht statt: Im obigen Rechenbeispiel würde das bedeuten, dass der Mann mit 200.000 Euro aus der Ehe ginge und die Frau mit Null. Im Rahmen eines Ehevertrags kann jedoch ganz individuell vereinbart werden, welche Einkünfte geteilt werden und welche nicht. Auch Regelungen zu einem gemeinsamen Haus können darin getroffen werden. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Immobilie nur aus einem Einkommen finanziert wurde.

„Ein Ehevertrag ist längst nicht nur für Unternehmer zu empfehlen“, sagt Maria Wreesmann, Fachanwältin für Familienrecht aus Hamburg. „In 99 Prozent aller Fälle könnten Streitigkeiten über finanzielle Dinge bei einer Scheidung vermieden werden, wenn die Eheleute schon bei der Hochzeit vertragliche Regelungen treffen würden.“ Doch viele scheuen die Kosten. Dabei sei ein ordentlicher Ehevertrag letztlich günstiger als gegebenenfalls ein aufwendiges Scheidungsverfahren, so die Anwältin.

In den Verträgen lässt sich grundsätzlich alles regeln, solange nicht ein Partner völlig übervorteilt wird. In dem Fall kann der Vertrag per Gericht für sittenwidrig erklärt werden. „Verboten wäre es beispielsweise, einen Partner komplett von der Aufteilung der Rentenansprüche auszunehmen ohne dies mit anderen Zahlungen zu kompensieren“, sagt Eva Becker.

Ein häufiger Irrtum ist jedoch der Glaube, dass ein Ehevertrag nötig sei, um sich während der Ehe vor den Schulden des Partners zu schützen. „Solange man nicht gemeinsam einen Kredit aufnimmt oder füreinander bürgt, hat jeder seine eigene Kasse“, erklärt Anwältin Becker. Allerdings wirken sich Schulden bei der Berechnung des Zugewinnausgleichs aus.

Angenommen beide Ehegatten haben zu Beginn der Ehe kein Vermögen. Er gründet eine Firma, die 50.000 Euro wert ist, muss aber einen Kredit über 100.000 Euro bedienen, dann hat er in der Summe ein Vermögen von Minus 50.000 Euro. Hätte nun die Frau in der Ehe 100.000 Euro hinzuverdient, müsste sie ihrem Ex-Mann bei einer Scheidung 25.000 Euro abgeben. „Dagegen würde nur eine Gütertrennung schützen, für die es einen Ehevertrag braucht“, sagt Eva Becker.

Abseits solcher Konstellationen mit Unternehmen können auch Paare mit Kinderwunsch einen Ehevertrag nutzen und darin beispielsweise die Unterhaltsansprüche regeln. Sinnvoll ist das insbesondere dann, wenn ein Partner einen Großteil seiner Zeit der Kinderbetreuung widmet. Denn seit der Reform des Unterhaltsrechts 2008 wird dem unterhaltsberechtigten Partner nach der Ehe mehr Eigenverantwortung zugemutet. Er muss also schon früher wieder ins Berufsleben einsteigen.

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24 Kommentare zu "Scheidungsstudie: Romantik wird teuer"

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  • #Den Kindern ein Höchstmaß an menschlicher Wärme zu geben. Vertrauen zu vermitteln, viel Reden mit den Kindern, sie ernst zu nehmen und gemeinsam mit ihnen die Wunden versuchen zu stillen, also nicht künstlich zu heilen, weil es ja garnicht möglich ist.#

    Wenn jemand sagt, es ist garnicht möglich zu heilen, dann ist es auch nicht möglich zu heilen. Somit haben Sie von Ihrer Warte aus recht.

    Von einer professionellen Warte aus ist meine Erfahrung eine andere. Wie gesagt, das Erscheinungsbild von Leuten, die jahrzehntelang Wunden durch die Scheidung ihrer Eltern mit sich rumtragen, ist mir bekannt. Dass sich so etwas jedoch nicht heilen liesse, ist mir nicht bekannt, im Gegenteil.
    Es lässt sich heilen, aber nicht von einem verwundeten Elternteil, der selbst mit der Scheidung zu kämpfen hat. Kinder sind sehr solidarisch mit ihren Eltern und wenn sie merken, dass die Eltern drunter leiden, dann leiden sie mit bzw. dann gibt es auch keine Heilung, da dies als Verrat am Elternteil gesehen würde und darum nicht machbar.

    Ziemlich komplex das Ganze, aber es kann was gemacht werden, nur müssen dann eben auch die Eltern ihre Verletzung loslassen wollen (und da hapert es oft). Deshalb professionelle Hilfe herbeiziehen im Falle einer Scheidung ist kein Luxus. Ausser alle sind einverstanden und man schafft es ohne, was es ja auch gibt.

    Ansonsten ist ihr Ratschlag nicht schlecht, nur sollte das Kind kein Partnerersatz werden, damit ist nämlich auch niemand geholfen. Dem Kind am allerwenigsten. Und zusammen trauern ist auch nicht schlecht, nur sollte dies nicht in alle Ewigkeit stattfinden (es gibt so Fälle, wo dann nach Jahren noch zusammen geheult wird, weil der böse Partner einen verlassen hat). Zum Verlassen gehören immer zwei und stures Nichtwahrhabenwollen hilft nicht immer weiter. Harte Worte, aber das ist meine Beobachtung, was die unheilbaren Wunden von Kindern bei Scheidung betrifft.

  • .......-Nuancierung-....ich möchte Ihnen doch noch einmal ein paar Takte schreiben. Es geht mir um das einfache, unkomplizierte Denken und Handeln und Fühlen aus der Seele eines Kindes. Nicht argumentativ mit Abwägung und wissenschaftlichen Erkenntnissen von Erwachsenen. Alles daneben, weil es nicht den Kern des betroffenen Kindes trifft. Diese kleinen und in keinster Weise fertigen Menschen trifft es doch. Sie sind verwundet fürs ganze Leben. Und diese Wunden können niemals geschlossen werden.
    Was ist meine Antwort auf diesen Zustand bei den Kindern wenn er eingetreten ist, also die Scheidung? Ganz einfach.
    Den Kindern ein Höchstmaß an menschlicher Wärme zu geben. Vertrauen zu vermitteln, viel Reden mit den Kindern, sie ernst zu nehmen und gemeinsam mit ihnen die Wunden versuchen zu stillen, also nicht künstlich zu heilen, weil es ja garnicht möglich ist.
    Sich also selber aufzuschließen, der Schlüssel ist am Bund.

  • Die Wunden bei den Kindern durch Scheidung sind überhaupt nicht zu heilen. Es ist ein Drama von unbeschreiblichen seelischen Elend, was auf die Kinder einschlägt.

    Sorry Realist, aber was Sie hier sagen, ist nicht richtig. Es kann so sein, wenn die Eltern Krieg machen. Es kann aber auch ganz anders sein.

    In der klinischen Praxis sieht es so aus, dass bei "dreckigen" Scheidungen den Kindern oft ziemliche Wunden zugefügt werden, die Jahrzehnte später noch ihre Auswirkungen zeigen. Doch in der Regel lässt sich so etwas gut heilen, wenn nicht andere erschwerende Umstände wie jahrelanger sexueller Missbrauch etc. eine Rolle gespielt hat, dann wird es schon schwieriger.

    Natürlich wäre es bessr, die Leute würden in so einem Moment mehr auf die Kinder und deren Bedürfnisse achten und nicht nur auf sich und ihre eigenen Probleme. Dadurch könnte viel Schaden vermieden werden. Dies ist in der Zwischenszeit wissenschaftlich erforscht und ich kann jedem nur anraten, die Kinder begleiten zu lassen, wenn man feststellt, dass sie sehr drunter leiden. Das kann einen ziemlichen Unterschied machen, weil ohne objektive Führung von aussen lassen sich Menschen zu sehr von ihren eigenen verletzten Gefühlen treiben oder laufen ganz einfach davon, weil für sie eine neue Welt aufgegangen ist in Form eines neuen Partners oder was auch immer.

  • ....natürlich die Kinder, mit ihrem engelsreinem Gewissen, soweit sie noch unverdorben sind. Das ist die Katastrophe schlechthin. Die Wunden bei den Kindern durch Scheidung sind überhaupt nicht zu heilen. Es ist ein Drama von unbeschreiblichen seelischen Elend, was auf die Kinder einschlägt. Sie sind später nicht beziehungsfähig und tragen eine Angst und Sorge mit sich herum, etwas Gleiches zu erleben. Ich kann es aus eigener Erfahrung unterstreichen, wie ganze Familien auseinander gebrochen sind und nie mehr eine Heilung erfolgte. Was ist zu tun nach Trennung und Kinder sind da? Als Elternteil mit ganz viel Liebe, Zuneigung und menschlicher Wärme dem kleinen Wesen entgegen zu treten. Es in die Arme zu nehmen und es zu herzigen. Ihm das Gefühl zu geben, das es geliebt wird. Nur das hilft. Damit einen gewissen Glauben an den guten Kern des Elternteils aus Sicht des Kindes zu erzeugen und immer wieder vermitteln. Und darin nicht nachzulassen, niemals, niemals. Ist das doch hier nur ein Gastspiel, für dann das Eigentliche danach.

  • Meine Damen und Herren im Forum: Heiraten kann auch gut gehen. Fragen Sie mal Ihre Eltern und schauen Sie auf Ihre Großeltern..... in einem Punkt kann man seine Chancen auf Beständigkeit und Vermögenserhalt verbessern: Insbes. Juristen als Partner sehr genau prüfen: dies Berufsgruppe ist, wenn es schiefgeht, eher vom Stamme "NIMM" und im Wissensvorteil......

  • Nicht immer sind Männer die „Leidtragenden“. (Zwischenzeitlich dürfen ja auch Frauen einer Beschäftigung nachgehen….) Was ist an einem Zugewinnausgleich gerecht, wenn der Ex-Ehemann als Beamter auf Lebenszeit, also unkündbar, die Hälfte einer Abfindung erhält, die „frau“ für den Verlust des Arbeitsplatzes erhalten hat? Oder die Hälfte der Lebensversicherung (die als Altersvorsorge gedacht war), wenn doch die Pensionsansprüche von Beamten mind. doppelt so hoch sind….

  • Wer das in der heutigen Gesellschaft noch macht, ist anachronistisch-romantisch.

  • ich versteh die ganze Aufregung nicht, hier geht es um ein sachliches Thema, habe aber den Eindruckunsachlich wird und hier am Thema völlig vorbei geht. Dann werd ich auch mal am Thema vorbeischreiben. Ach ja, an alle Männer, die sich jetzt darüber aufregen, dass bald mehr Frauen Millionäre sind als Männer, durch Berechnung. Das trifft mit Sicherheit nicht das Gros der allgemeinen Bevölkerung sondern das ist doch das Privileg der "oberen 10.000" - nur unter sich zu bleiben. Es wird unter sich geheiratet, Vermögen zu Vermögen, die paar kleinen Mädchen, die das Glück haben, einen alten Herrn bis zum Ende ihrer Tage noch was zu beglücken - why not? Sowas muss auch vergütet werden. nein aber wirklich. Und Gütertrennung bei einem Unternehmen ist nur vernünftig.

  • kommt auf das Bundesland an. Wenn es gesetzlich geregelt ist, können Sie davon ausgehen, dass es dann noch "preiswerter" ist als in Bundesländern, in den die Notare noch die Gebühren halbwegs selbst bestimmen.

  • Wenn eine Frau nur bei einem Mann bleiben will, wenn er sie heiratet (natürlich auch umgekehrt), dann kann er schon mal zu sparen anfangen für die Scheidungskosten.

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