Schickedanz-Prozess
Mehr Zeit für Vergleich im Milliardenstreit

1,9 Milliarden Euro Schadenersatz verlangt Quelle-Erbin Schickedanz von ihrer früheren Bank Sal. Oppenheim und ihren Ex-Beratern. Das Gericht gab den Parteien nun mehr Zeit, sich außergerichtlich zu einigen.

KölnIm milliardenschweren Schadenersatz-Prozess von Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz hat das Kölner Landgericht den Streitparteien mehr Zeit für parallele Vergleichsverhandlungen eingeräumt. Eine Sprecherin des Landgerichts sagte auf dpa-Anfrage, bisher sei keine außergerichtliche Einigung zustande gekommen.

Ursprünglich sollten die Streitparteien der Kammer bis zum 1. August mitteilen, ob ihnen ein Vergleich gelungen ist oder sie dafür noch mehr Zeit brauchen. Diese „Mitteilungsfrist für eine Einigung“ wurde nun bis zum 1. September verlängert. Das Gericht hält zugleich am 27. September als Verkündigungstermin fest.

An dem Tag könnte das Urteil in dem seit Ende 2012 laufenden Prozess verkündet werden. Denkbar ist aber auch, dass die Kammer lediglich weitere Informationen von den Parteien anfordert oder erneut in die mündliche Verhandlung einsteigt.

Schickedanz fordert insgesamt 1,9 Milliarden Euro, vor allem von ihrem früheren Vermögensberater Josef Esch und der einstigen Führung ihrer damaligen Hausbank Sal. Oppenheim. Die Ex-Milliardärin hatte hohe Summen in den Arcandor-Konzern - zuvor Karstadt-Quelle - gesteckt, der 2009 Pleite ging. Ihr Vermögen sei gegen ihren Willen riskant angelegt und verschleudert worden. Die Beklagten weisen die Vorwürfe zurück und fordern die Abweisung der Klage.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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