Sepa- und Iban-Umstellung
Die Bundesbank sieht rot

Die Zahl der Sepa-Lastschriften ist in Deutschland noch immer verschwindend gering. 58 Tage vor der Umstellung des Zahlungssystems schlägt die Bundesbank erneut Alarm. Unternehmen müssten jetzt handeln.
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DüsseldorfGrün-Gelb-Rot, so klassifiziert die Bundesbank den Fortschritt bei der Umstellung auf die Sepa-Überweisung und die Sepa-Lastschrift. Und 58 Tage bevor das Zahlungssystem im Euro-Raum und einigen anderen Ländern endgültig auf Sepa (Single Euro Payments Area) umgestellt wird, ist noch viel Rot zu sehen. „In Deutschland ist die Zahl der Überweisungen und Lastschriften, die über Sepa abgewickelt werden, bisher verschwindend gering“, sagte Margarete Müller, Präsidentin der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Nordrhein-Westfalen am Mittwoch.

Nur die Vorbereitungen der Kreditinstitute werden in die grüne Kategorie eingeordnet. Große Unternehmen und die öffentliche Verwaltung machen bei der Sepa-Überweisung immerhin gewisse Fortschritte – und stehen auf gelb. Doch bei der Umstellung auf die Sepa-Lastschrift bereite der geringe Fortschritt noch „große Bedenken“. Und die Vorbereitungen der kleinen und mittelständischen Unternehmen bewertet die Bundesbank sogar als „besorgniserregend“, da müsse dringend etwas passieren.


Die Zeit drängt, doch noch immer wissen viele Unternehmer und Verbraucher nicht, was sie ab dem 1. Februar 2014 erwartet. Einen „Plan B“, der noch ein wenig Aufschub bei der Umstellung gewährt, gebe es nicht, so Müller. Der beste Umstellungszeitraum für Unternehmen und Vereine sei jetzt, denn der technische und organisatorische Aufwand sei groß. Doch die Umstellung bringe auch große Vorteile: Die Überweisungsdauer verkürzt sich auf einen Bankarbeitstag und europaweit besteht freie Kontowahl.

Besonders wichtig: „Auch wenn Einzelhändler, Selbständige und Handwerker nicht im Ausland tätig sind, und damit auch keinen Auslandszahlungsverkehr haben, müssen sie den Inlandszahlungsverkehr, die Buchhaltung, die Software und so weiter anpassen“, sagte Müller. Auch Vereine müssen sich kümmern, wenn sie ihre Mitgliedsbeiträge über Lastschriften einziehen wollen, müssen sie bei der Bundesbank eine sogenannte Gläubiger-Identifikationsnummer beantragen und benötigen für jeden Lastschrifteinzug eine Mandatsreferenz.

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  • Das geht ja. Steht auf den neueren Karten, auf dem Kontoauszug (seit Jahren) und im Online Banking bzw. kann mit einem IBAN Rechner auch errechnet werden, aber erfahrungsgemäß scheint das immernoch nicht zu reichen. Am besten auf die Hand tättowieren.

  • Wenn Sie das für sinnvoll halten...
    Ich würde IBAN BIC einfach von der Girokarte oder einem Zettel abschreiben:-)

  • Tja, dann sollten Menschen, die nicht in der Lage sind, sich sowas zu merken oder sich umzugewöhnen am Besten einen Betreuer zur Seite stellen, der am besten noch darauf achtet, dass sie ihre Mahlzeiten regelmäßig einnehmen und nicht bei ROT über die Straße gehen.

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