Skurrile Verwendungszwecke
„Waffenfähiges Plutonium“ und „sexuelle Gefälligkeiten“

Ein Brief macht die Runde im Web: Darin beklagt eine Bank einen als Jux gemeinten Verwendungszweck bei einer Überweisung. Überweisungsspäße sind weit verbreitet – doch Angst vor Geldwäsche lässt nicht alle Banker lachen.

DüsseldorfEs ist Punkt 3.6 einer langen Liste des Referats SO 32 – FIU („Financial Intelligence Unit“) des Bundeskriminalamts, der einen Scherz unter Freunden zu einem Vorgang im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung werden lassen kann. „Überweisungen mit auffälligem Verwendungszweck“, heißt es in dem „Anhaltspunktepapier“, können „auf eine Geldwäschehandlung hindeuten“.

Seit Dienstagabend macht ein Foto eines Briefs im Netz Runde, in dem – der Schriftart nach zu urteilen – eine Sparkasse sich wortgetreu an die Prüfliste des BKA hält. „Waffenfähiges Plutonium“ hatte der Kunde in das Verwendungszweckfeld einer Überweisung geschrieben, dazu den Betrag „40,02 Euro“.

Der Brief könnte ein Fake sein, doch der Hinweis darin ist dennoch richtig: „Auch wenn wir davon ausgehen, dass der Verwendungszweck der Zahlung auch in Anbetracht des geringen Überweisungsbetrages scherzhaft gemeint ist, müssen wir dem Vorgang aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen nachgehen.“ Das Institut droht sogar im Wiederholungsfalle mit der Kündigung der Geschäftsbeziehung.

Tatsächlich müssen Banken und Sparkassen laut Geldwäschebekämpfungsgesetz die Transaktionen ihrer Kunden auf verdächtige Bewegungen hin überwachen. Ab 12.500 Euro gelten etwa für Auslandsüberweisungen besonders strenge Vorgaben. Aber auch bei kleineren Beträgen können die (Anti-)Geldwäschebeauftragten bereits aufhorchen.

Im Internet meldeten sich am Mittwoch und Donnerstag viele Nutzer und berichteten von „Verwendungszwecken“, die entweder durch das Prüfraster fielen oder aber als Scherze klassifiziert wurden – sei es von Prüfprogrammen oder Bankmitarbeitern. „Nutten und Koks“ zählt dazu, gerne wohl auch genommen „für sexuelle Gefälligkeiten“, und ja, auch „großkalibrige Scharfschützenmunition“.

Im vergangenen Jahr hatte bereits der Fall eines Münchener Bankkunden für Aufsehen gesorgt. Er hatte als Verwendungszweck einer Überweisung unter anderem „ak47 bin laden“ eingetragen. Und sich dadurch einen Anruf seiner Bank eingehandelt – und Medienberichten zufolge auch einen Platz auf einer Liste mit Verdächtigen, möglicherweise für Jahre.

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Banken prüfen penibel

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