Solarkonzern mit Kurssturz: Wie die Solarworld-Pleite Anleger trifft

Solarkonzern mit Kurssturz
Wie die Solarworld-Pleite Anleger trifft

Anleihen mit einem Volumen von 170 Millionen Euro hat der Bonner Solarkonzern Solarworld noch ausstehen. Einen Großteil des Geldes werden Anleger nicht wiedersehen. Aktionäre trifft es noch härter.
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FrankfurtLarry Hagman zieht seinen Cowboyhut auf und tritt hinaus auf die Terrasse seiner Villa im mediterranen Stil. Sein Blick wandert aufs Dach, auf dem Solarmodule von Solarworld montiert sind. Dann schaut Hagmann in die Sonne, ruft „shine, baby, shine!“, und bricht in sein berühmtes Schurken-Gelächter aus. Der Werbespot mit dem als Öl-Baron JR Ewing aus der Fernsehserie Dallas berühmt gewordenen US-Schauspieler brachte Solarworld 2010 viel Aufmerksamkeit. Viele Anleger ließen sich davon blenden und zeichneten 2010 und 2011 Anleihen im Umfang von 550 Millionen Euro.

Seither hatten die Anleger wenig Freude an ihrem Investment. Bereits 2013 mussten sie auf 60 Prozent ihres Geldes verzichten und einen Teil ihrer Anleihen in Aktien umwandeln. Doch noch immer stehen laut Bloomberg zwei Anleihen mit einem Gesamtvolumen von knapp 170 Millionen Euro aus. Seit September 2016 setzte Solarworld bereits mehrfach die Zinszahlungen aus. Nun, nach der Insolvenz-Ankündigung von Mittwoch, verloren die bereits arg gebeutelten Papiere abermals rund 40 Prozent. Die Solarworld-Aktie brach sogar um 75 Prozent ein.

In sozialen Netzwerken machten Anleger ihrem Ärger über die schlechte Nachricht Luft. „Mich hat das EUR 5000 gekostet, aber Hauptsache, Herrn A… geht es gut“, schrieb etwa Anleger Josef Odenthal mit Verweis auf Firmenchef Frank Asbeck bei Facebook.

Handlungsbedarf für Anleiheinhaber sieht Alexander Elsmann von der Schutzvereinigung der Kapitalanleger (SdK) jedoch nicht. Der Rechtsanwalt vertritt seit Jahren Solarworld-Gläubiger. Die Anleihen seien besichert, sagt er. Das bedeutet: Sie haben bei der Bedienung der Schulden Priorität. „Anleiheinhaber sind in einer komfortablen Situation“, so Elsmann. Sie könnten in Ruhe die Eröffnung des Insolvenzverfahrens abwarten. Doch der Kapitalmarkt-Experte dämpft die Erwartungen: „Mit einer hohen Auszahlungsquote ist nicht zu rechnen“.

Aktionäre outeten sich bei Twitter

Klaus Nieding, Vizepräsident und Experte für Mittelstandsanleihen bei der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), warnt Anleger jedoch vor zu viel Passivität. Andere Pleiten in der Ökoenergiebranche, wie Prokon oder Solar Millennium, hätten gezeigt: „Anleiheinhaber tun gut daran, sich frühzeitig zusammen zu schließen“. Wichtig sei, dass ihre Interessen während des Insolvenzverfahrens im Gläubigerausschuss repräsentiert würden. „Sie müssen aufpassen, nicht rasiert zu werden“, warnt Nieding.

Der Anlegerschützer hat dabei vor allem professionelle Spekulanten im Auge: Die kaufen Anleihen zum Spottpreis, um sich Stimmrechte im Gläubigerausschuss zu sichern. Dann drücken sie das Insolvenzverfahren möglichst schnell durch. Dabei achten sie nur darauf, dass die Rückzahlungsquote der Anleihe über dem Preis liegt, zu dem sie die Anleihe gekauft haben. Für langfristig orientierte Privatanleger, die die Anleihe seit Ausgabedatum im Jahr 2014 halten, fallen die Verluste möglicherweise höher als nötig aus. „Haben die Spekulanten einmal die Mehrheit im Gläubigerausschuss, sind Privatanleger praktisch machtlos“, sagt Nieding.

Andere machen auf Facebook ihrem Ärger Luft – und die Konzernspitze verantwortlich

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Bleibt Firmenchef Asbeck?

Kommentare zu " Solarkonzern mit Kurssturz: Wie die Solarworld-Pleite Anleger trifft"

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  • Die Kohle kommt ganz bestimmt nicht zu dir, falscher Baron!
    Du bist jedesmal froh, wenn du abends genug Pfandflaschen zusammen hast. Und das wird dann sofort in neuen Sprit und was zu qualmen investiert.

  • Da bekommt der Öko-Soz die verdiente Schnappatmung. Hui, die Kohle zum Finken kommt und sich die Sonne senkt. Ha Ha Ha

  • <<Mich hat das EUR 5.000 gekostet, aber Hauptsache, Herrn A... geht es gut.>>

    Herrn Asbeck geht es auf jeden Fall gut. Der Schloss- und Waldbesitzer geht regelmäßig zum Spaß Tiere schießen. Sowas hat noch nie einen Grünen gestört. Ich vermute, er fährt Diesel (wegen dem Klimaschutz).

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