Steuerberater-/Rechtsanwaltshaftung
Berater mit Doppelqualifikationen treffen auch doppelte Pflichten

Ist ein zugleich als Rechtsanwalt zugelassener Steuerberater beauftragt, eine Kapitalerhöhung unter steuerlichen Gesichtspunkten zu begleiten, so ist er berechtigt und verpflichtet, seinen Mandanten im Zusammenhang mit der erbetenen steuerlichen Beratung auch auf die rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken hinzuweisen.

DÜSSELDORF. Wollte sich der Berater auf eine reine Steuerberatung beschränken, müsste er dem Mandanten empfehlen, sich wegen der rechtlichen Umsetzung der Kapitalerhöhung an einen mit gesellschaftsrechtlichen Fragestellungen vertrauten Rechtsanwalt zu wenden, so der BGH in seinem Urteil vom 19. 5. 2009.

Das Gericht hat zudem zur Schadensbemessung und zu Fragen der Verjährung Stellung genommen: Empfiehlt der rechtliche Berater einem Gesellschafter zur Durchführung einer Kapitalerhöhung bei einer GmbH den verbotenen Weg einer verdeckten Sacheinlage, bemesse sich der Schadensersatzanspruch des Gesellschafters, falls die von ihm und der Gesellschaft im Zuge des verdeckten Geschäfts erbrachten Zahlungen bereicherungsrechtlich zu saldieren sind, nach der Höhe der von ihm noch zu erbringenden Bareinlage zuzüglich eines Wertverlusts an dem von ihm verdeckt eingebrachten Sachwert.

Hat der Berater seinen Mandanten zur Vornahme einer verdeckten Sacheinlage veranlasst, beginne die Verjährungsfrist wegen einer Fehlberatung erst zu laufen, wenn die Gesellschaft die fortbestehende Bareinlageverpflichtung geltend macht.

Aktenzeichen: IX ZR 43/08
DER BETRIEB 2009 S. 1642

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%