Steuergesetzgebung: Abschreibungen leicht gemacht

Steuergesetzgebung
Abschreibungen leicht gemacht

Im Abschreibungswirrwarr der Steuergesetzgebung ist es nicht leicht, den Durchblick zu behalten. Was sich in den letzten Jahren in der Gesetzgebung geändert hat – und warum komplizierte Abschreibungsregeln Firmen eher belasten als erfreuen.
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Bonn/BerlinGinge es nach den Grünen, würde die Sofortabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter von 410 Euro auf 1 000 Euro klettern. Das sieht jedenfalls das Entlastungsprogramm für „Arbeit und Innovation im Mittelstand vor, das die Bundestagsfraktion vergangene Woche verabschiedete. Die Änderung dürfte die Unternehmen freuen, aber vor allem mehr überraschen, wie ein Blick auf die letzten drei Jahre der Steuergesetzgebung zeigt.

Steuerlicher Abzug geringwertiger Wirtschaftsgüter hört sich klein an und gilt auch für kleine Posten im Betrieb eines jeden Unternehmens in Deutschland. Darunter fallen kleine Bürogeräte, Werkzeuge und anderes Arbeitsgerät. Doch die finanziellen Auswirkungen sind enorm und belasten die Kasse eines jeden Finanzministers gewaltig. So wurde 2008 unter anderem der Betriebsausgabenabzug für geringwertige Wirtschaftsgüter stark eingeschränkt, um die milliardenschwere Unternehmensteuerreform für Kapitalgesellschaften zu finanzieren.

Selbstständig nutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens durften im betrieblichen Bereich seither nur bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten ohne Umsatzsteuer von maximal 150 Euro – zuvor 410 Euro – bereits im Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung voll abgeschrieben werden.

Doch wie vielen anderen steuerlichen Reformvorhaben war auch dieser strittigen Neuregelung nur eine kurze Halbwertszeit beschieden. Um die befürchteten Auswirkungen der Finanzkrise auf deutsche Unternehmen abzumildern, ruderte der Gesetzgeber bereits Ende 2009 mit dem „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ zurück und führte die sofortige Abschreibungsmöglichkeit geringwertiger Wirtschaftsgüter wieder ein.

Einfacher ist die zutreffende steuerliche Behandlung in der Praxis damit freilich keineswegs geworden. Die Unternehmen bekamen zeitgleich ein Wahlrecht zwischen der jahrzehntelang bewährten Sofortabschreibung und den mit der Unternehmensteuerreform 2008 eingeführten Sammelposten eingeräumt.

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