Steuerrecht
Wenn Finanzbeamte zu Kunstbanausen werden

Bei der Kunstförderung gibt es eigentlich nur Gewinner: Künstler werden unterstützt und Firmen können die Ausgaben steuerlich absetzen. Das funktioniert aber nicht immer, wie nun die Columbus Art Foundation lernen muss.
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DüsseldorfIn der Kunstbranche findet das Engagement des Ravensburger Columbus Holding seit 16 Jahren große Beachtung. 2006 wurden der Unternehmensgründer Götz-Wolf Wagener und seine Frau Gertraud dafür sogar mit dem Deutschen Kulturförderpreis ausgezeichnet. Allein dem Finanzamt scheint der Sinn für Kunst abhandengekommen zu sein. Es will die Förder- und Ausstellungsaktivitäten der Columbus Art Foundation nicht mehr als Betriebsausgaben anerkennen.

„Eigentlich sind die Möglichkeiten der Kunstförderung für Unternehmen in Deutschland sehr umfangreich“, sagt Steuerfachanwalt Jörg Alvermann von der Kanzlei Streck Mack Schwedhelm in Köln. Eine solche Förderung kann entweder als Spende oder als Betriebsausgabe steuerlich geltend gemacht werden. Dabei sind jedoch ein paar Regeln zu beachten.

„Bei den letzten beiden Betriebsprüfungen gab es keine Probleme“, sagt Columbus-Sprecher Dieter Götz. Nun werde die Anerkennung der Ausgaben in Frage gestellt. Den Ausgaben müssten auch nachhaltige und angemessen hohe Erlöse gegenüberstehen, so die Begründung. „Dafür müssten wir beispielsweise eine Galerie oder eine Sammlungsberatung gründen, aber das würde unserer eigentlichen Vision völlig entgegenstehen“, sagt Götz.

Die Columbus Art Foundation hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Künstler zu unterstützen. Entdeckt wurden beispielsweise die Künstlerinnen Anna Witt, die heute zu den 30 wertvollsten Künstlerinnen unter 35 Jahren gehört, und Gabriela Oberkofler, die 2011 auch das renommierte Stipendium der Kunststiftung Baden Württemberg gewonnen hat. Um die Erzielung von Gewinnen geht es dem Unternehmen dabei nicht. Noch nie wurde eins der erworbenen Werke weiterverkauft.

Obwohl der Name „Foundation“ es zunächst vermuten lässt, ist die Columbus Art Foundation keine Stiftung. Auch gesellschaftsrechtlich ist sie keine eigene Einheit, sondern vielmehr ein Art Abteilung der Columbus Holding, einem mittelständischen IT- und Finanzdienstleister. Von den 30 bis 40 Millionen Euro Betriebsumsatz fließen jährlich 250.000 Euro in die Künstlerförderung.

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  • Eine abenteuerliche Prophetie:
    Immer mehr wird zu Kunst deklariert werden (müssen) weil es immer weniger Kunst geben wird.
    Und das kann man durchaus auch als künstlerische Entscheidung lesen.
    Wladimir
    So
    Estragon
    So?
    Pozzo
    Hopphopp
    Lucky
    Jaja
    Estragon
    So

  • Eine ganz putzige Auffassung von Kunst war vor ein paar Tagen in einem gebuildet sinnigen Blatt zu finden: ..."kunnst mir mal nen Euro geben...".

    So etwas ist witzig und erklärt vielleicht, weshalb zwar viel Kunstintentionen vorhanden sein mögen, es jedoch immer weniger Kunst gibt im Verhältnis zu Kunstbemühungen.

    Aber: Wen kann so etwas heutzutage noch wundern...

  • Steuereintreiber müssen ja auch nichts von Kunst verstehen, sowie viele "Mäzene" weder von Kunst noch etwas von Steuern verstehen müssen nolens volens.
    Natürlich ein Konstruktionsfehler, der zu diesem Mißverständnis geführt haben dürfte.
    Kunstbanausen sollte man hingegen beide nicht bezeichnen dürfen imao.

    Beim geldwerten Engagement hingegen finden sich die Steuerbehörden zwar nicht an Kunst, sondern an den damit verbundenen Umsätzen interessiert.

    Kunst als Steuerersparnis zeigt umso mehr, wie weit das gekommen ist mit dem Kunstverständnis bei einigen auch finanziell engagierten Rezipienten von Kunst.

    Bevor man also einen Cent in Kunst "investiert", sei es nicht aus Liebhaberei oder gar aus Sachverstand, sollte man seinen Steuerberater um fachkundige Beratung bitten.

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